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Großbritannien könnte ARM-Übernahme durch Nvidia verhindern

© ARM
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Im Mobile-Sektor ist sie die wichtigste Chip-Firma der Welt – ARM, mitgegründet vom Österreicher Hermann Hauser. Dass sich Nvidia, im Zuge des Krypto- und AI-Hypes mit seinen GPUs zum zweit wertvollsten Prozessor-Hersteller der Welt aufgestiegen, nun die britische Firma aufkaufen will, schmeckt vielen nicht. Mittlerweile auch nicht mehr der britischen Regierung. Denn die ortet eine Gefahr für die nationale Sicherheit“, sollte der US-Riese ARM mit Hauptsitz in Cambridge wirklich übernehmen.

„Nach sorgfältiger Prüfung der geplanten Übernahme von ARM habe ich heute eine Interventionsmitteilung aus Gründen der nationalen Sicherheit erlassen“, heißt es seitens Oliver Dowden, Kopf des Digitalministeriums in Großbritannien. „Als nächster Schritt und um mir zu helfen, die relevanten Informationen zu sammeln, wird die unabhängige britische Wettbewerbsbehörde nun einen Bericht über die Auswirkungen der Transaktion erstellen, der als Grundlage für alle weiteren Entscheidungen dienen wird. „Wir wollen unsere florierende britische Tech-Industrie unterstützen und begrüßen ausländische Investitionen, aber es ist angemessen, dass wir die Auswirkungen auf die nationale Sicherheit bei einer Transaktion wie dieser angemessen berücksichtigen.“

„Vasall Amerikas“: Hermann Hauser will Verkauf von ARM verhindern

„Schweiz der Halbleiterindustrie“

Damit trägt die Kampagne, die ARM-Mitgründer Hauser 2020 startete und die gegen die Übernahme durch Nvidia mobil machte, Früchte. Wie berichtet hat Hauser davor gewarnt, dass Großbritannien in ein „amerikanisches Vasallentum“ fallen werde, wenn die letzte große Chip-Firma aus Europa an eine US-Firma verkauft werde. ARM liefert der gesamten Hightech-Branche – von Apple bis Samsung – die Designs für besonders kleine und leistungsstarke Chips, die nahezu jedes Smartphone auf dem Planeten antreiben. Nun wird befürchtet, dass Nvidia sich einen unfairen Vorteil am Markt erkauft, und viele Firmen den kürzeren ziehen.

„Sollte Nvidia ARM wirklich übernehmen, dann heißt das natürlich, dass das Headquarter von Cambridge nach Silicon Valley marschiert – und damit die Einflussnahme auf die zukünftige Strategie und die Expansion der Firma natürlich im Silicon Valley stattfinden wird und nicht mehr in Cambridge. Der zweite Grund ist, dass Nvidia ein Lizenznehmer von ARM ist. Und ARM ist die Schweiz der Halbleiterindustrie. ARM behandelt jeden Lizenznehmer gleich. Viele dieser Lizenznehmer, und es gibt davon ja über 500, sind Konkurrenten von Nvidia. Die Übernahme von ARM durch Nvidia würde heißen, dass das ARM-Geschäftsmodell gebrochen wird“, sagte Hauser im Interview mit Trending Topics.

Nun bleibt abzuwarten, ob Großbritannien die ARM-Übernahme verhindern wird. Die britische Wettbewerbsbehörde hat nun bis zum 30. Juli Zeit, einen Bericht anzufertigen. Auf dessen Basis soll dann weiter entschieden werden, wie in dem Fall verfahren wird. Auch die EU ist übrigens aktiv geworden. Nvidia will rund 40 Milliarden Dollar für ARM ausgeben – das Unternehmen steht aktuell mehrheitlich im Besitz von Softbank aus Japan.

Hermann Hauser: „Es ist im Interesse von Nvidia, ARM zu zerstören“

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