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Apple ist vom iPhone nicht mehr so abhängig, wie viele denken

Die Apple Watch Series 5. © Apple
Die Apple Watch Series 5. © Apple

Der Absatz von Smartphones ist weltweit im Sinkflug, danke Coronavirus. Um etwa 17 Prozent ist der Markt im ersten Quartal 2020 eingebrochen, rechnet aktuell die Analysefirma Strategy Analytics vor. Besonders hart hat es den südkoreanischen Marktführer Samsung sowie den chinesischen Hersteller Huawei getroffen, der bereits durch den Handelsstreit mit den USA stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Nummer drei am Markt, Apple, muss ebenfalls Einbußen hinnehmen, die iPhone-Verkäufe sanken aber nur um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nun ist das iPhone natürlich das Gerät, mit dem Apple steht und fällt – oder doch nicht? Denn auch wenn der US-Konzern natürlich durch die Schließungen seiner eigenen Shops, durch den global eingeschränkten Handel und durch Unterbrechungen von Lieferketten getroffen wurde – die Apple-Kundschaft ist eine treue und zahlungskräftige. Und so kann Apple-Chef Tim Cook mitten in der Corona-Krise berichten: „Trotz des beispiellosen globalen Einflusses von COVID-19 sind wir stolz darauf, dass Apple in diesem Quartal ein Wachstum verzeichnen konnte, das maßgeblich von einem Allzeitrekord bei Services und einem Quartalsrekord bei Wearables angetrieben wurde.“

Zusatz-Services und Produkte wachsen

Das bedeutet: Das iPhone als zentrales Gerät hat mittlerweile eine solche Hebelwirkung auf AirPods, Apple Watch und Services wie Apple Music, Apple TV oder Apple News, dass sich auch mitten in der Krise noch ein Umsatzplus ausgeht. Das Unternehmen verzeichnete einen Quartalsumsatz von 58,3 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gewinn ist allerdings leicht geschrumpft, und zwar auf 11,25 Milliarden Dollar (2019 waren es noch 11,56 Milliarden Dollar).

Während weniger iPhones, iPads und MacBooks verkauft wurden, ist das Service-Geschäft um mehr als 16 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar gewachsen, die Wearables-Sparte mit Apple Watch und Airpods wuchs um 23 Prozent auf rund 6,3 Milliarden Dollar. Apple macht mit den ursprünglich belächelten Wearables also Milliardenumsätze. Und auch digitale Dienste stehen hoch im Kurs: Apple News zählt mittlerweile 125 Millionen Nutzer.

HealthTech könnte wachsen

Der Ausblick ist auch nicht unbedingt schlecht. In Österreich und Australien werden die Apple Stores bereits in den nächsten Wochen wieder öffnen, und Cook rechnet durch die Corona-Krise mit einem steigenden Interesse an Gesundheitstechnologien. Mit der Apple Watch, von der eine sechste Version im Herbst erwartet wird, hat der US-Konzern ein Vertical geschaffen, das alleine den gesamten Schweizer Uhrenmarkt in Sachen Stückzahlen in den Schatten stellt.

Und: Mit dem von Testern gelobten iPhone SE gibt es ein verhältnismäßig günstiges Smartphone, das der wohl sinkenden Kaufkraft vieler Menschen in den nächsten Monaten und Jahren entgegen kommen wird. Fragt sich allerdings, ob Apple in den nächsten Geschäftsquartalen es noch schafft, Gewinne abzuwerfen.

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