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„Werden das stoppen“: Apple dreht Facebook in Safari den Daten-Hahn zu

Anti-Tracking-Funktionen bei iOS 12. © Apple
Anti-Tracking-Funktionen bei iOS 12. © Apple

Apple hat in Facebook offenbar eine neue Zielscheibe für Seitenhiebe gefunden. Die Präsentation der Software-Neuigkeiten im Rahmen der Entwickler-Konferenz WWDC am Montag kam nicht ohne mehrfache Kritik aus, auch wenn sie oft nur unterschwellig durchklang. Als Apples Software-Manager Craig Federighi „App Limits“ vorstellte, wurde das neue iOS-Feature im Hintergrund mit der Facebook-Tochter Instagram illustriert. Mit „App Limits“ können sich Nutzer selbst ein tägliches Zeitlimit für bestimmte Apps setzen. Am härtesten trifft Apple Facebook aber vermutlich mit der nächsten Version des Browsers Safari.

„Heuer werden wir das stoppen“

Der Apple-Browser soll künftig die Tracking-Praxis von Facebook, Twitter und anderen Social-Media-Diensten stark einschränken. Facebook stellt Website-Betreibern sogenannte Social Plugins zur Verfügung. Das sind beispielsweise Like Buttons, kleine Feeds der eigenen Fan-Page oder eine Kommentarfunktion („Facebook Comments“). Diese Plugins verraten Facebook allerdings auch, auf welchen Websites sich ein konkreter Nutzer aufhält und für was er sich im Internet anschaut. Diese Daten fließen dann in maßgeschneiderte Werbeanzeigen. „Diese (Plugins, Anm.) tracken dich, egal ob du darauf klickst oder nicht“, sagte Federighi am Montag. „Heuer werden wir das stoppen“.

Der nächste Safari-Browser wird jedesmal, wenn ein Cookie versucht, Daten zu sammeln, ein Pop-up-Fenster mit einer Benachrichtigung öffnen. Nutzer sollen dann „entscheiden können, ihre Daten für sich zu behalten“, hieß es bei der Präsentation. Weitere Details zu der neuen Blocking-Funktion gab es keine. Vorerst bleibt noch unklar, welche Art von Plugins alle blockiert werden. Jedenfalls wird die neue Funktion auch im Safari-Browser auf iPhone und iPad verfügbar sein. In der offiziellen Funktions-Liste von iOS 12 klingt die Beschreibung so:

Enhanced Tracking Prevention
When you browse the web, the characteristics of your device can be used by advertisers to create a “fingerprint” to track you. Safari now thwarts this by only sharing a simplified system profile. And now improved Intelligent Tracking Prevention keeps social media Like buttons, Share buttons, or comment widgets from tracking you without your permission. We know you’ll like that.

Safari vor allem bei Smartphone-Nutzern verbreitet

Facebook wird die neue Funktion vor allem bei Smartphone-Nutzern treffen. Während der Desktop-Safari in den vergangenen zwölf Monaten laut Netmarketshare gerade einmal auf einen weltweiten Marktanteil von 3,7 Prozent (Platz 5) kommt, liegt der iPhone-Safari mit rund 27 Prozent an zweiter Stelle hinter Googles Chrome.

„Waren nie im Geschäft mit Daten“

Für Apple ist der Datenskandal rund um Facebook eine wunderbare Gelegenheit, sich in ein gutes Licht zu rücken. Denn: „Wir waren niemals im Geschäft mit Daten“, stellt Apple-Chef Tim Cook auf Nachfrage von dem US-Radiosender NRP am Montag klar. „Diese Dinge (…) sind so fremd für uns und wir haben solche Daten (wie Beziehungsstatus, Anm.) nie erhalten oder danach gefragt“. Seit geraumer Zeit schreibt sich Apple Datenschutz und Privatsphäre als Verkaufsargument auf die Fahnen und rechtfertigt auch damit die hohen Preise für seine Geräte.

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