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Apple arbeitet an „Buy Now Pay Later“-Service als Antwort auf Klarna und Affirm

Apple hat jetzt eine Mastercard, virtuell in der App, aber auch als physische Metall-Karte © Apple
Apple Pay © Apple

„Buy Now Pay Later“-Dienste (BNPL) sind im Fintech-Bereich der letzte Schrei und haben mit Klarna einen europäischen Fintech-Champion und mit Affirm einen 15 Milliarden schweren Börsenneuling hervorgebracht. Auch der Payment-Riese PayPal bietet seinen Kunden die schnellen Ratenkredite an. Diese Firmen könnten aber bald Konkurrenz von der wertvollsten Firma der Welt bekommen.

Denn Apple soll einem Bericht von Bloomberg zufolge gemeinsam mit der Großbank Goldman Sachs an einem eigenen BNPL-Angebot arbeiten, das auf den Namen Apple Pay Later hören soll. Eingeweihten Personen, die nicht genannt werden wollen, soll das so funktionieren: Wenn man mit Apple Pay online oder auch in Geschäften am NFC-Terminal bezahlt, soll man die Option erhalten, die Rechnung in Raten zu bezahlen. Wenn man sie in vier Raten alle zwei Wochen abbezahlt, dann soll man keine Zinsen berappen müssen, über längere Zeiträume aber schon.

Für Apple wäre ein BNPL-Angebot ein Weg, Apple Pay noch attraktiver zu machen und Konsumenten dazu zu bringen, den Bezahldienst auch für größere Beträge zu verwenden, die man dann abstottert. Bei jeder Transaktion erhält Apple einen Bruchteil des Rechnungsbetrags als Provision. Skaliert auch hunderte Millionen Nutzer weltweit kommt da viel Geld zusammen. Außerdem würde Apple mit einem eigenen Dienst Klarna, PayPal oder Affirm ausbooten. Auch Amazon setzt auf eigene Ratenzahlungen, anstatt fremde Payment-Dienste in die Plattform zu lassen.

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Goldman Sachs als Partner

Mit Goldman Sachs arbeitet Apple bereits seit 2019 zusammen, gemeinsam geben die beiden US-Unternehmen die Apple Card, eine Kreditkarte heraus. Diese soll aber nicht Voraussetzung sein, um Apple Pay Later zu benutzen. Für Goldman Sachs wäre ein gemeinsamer BNPL-Dienst ein Weg, um an mehr Endkonsumenten als Kunden zu kommen.

Für Affirm und Afterpay aus Australien sind die Nachrichten rund um ein BNPL-Angebot von Apple eine Hiobsbotschaft. Die Aktienmärkte regierten scharf und ließen beide Titel und jeweils etwa zehn Prozent abstürzen. PayPal hingegen verlor nur leicht einen Prozent – allerdings sind Ratenkredite für PayPal nur ein Teil des Geschäftsmodells und nicht der Kern wie bei Affirm, Afterpay oder Klarna. Ob die Bewertung der Schweden unter den Apple-News leidet, wird man erst sehen.

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