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Erlebnisbericht

Apple 💤

© Apple
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Datenight. Mit der Freundin, aber auch mit Apple. Ok, Spaß, aber wir haben uns ausgemacht, dass wir uns die Apple-Chose, Verzeihung, Apple-Show mal gemeinsam reinziehen wie sonst einen Spielfilm. Ein bisschen aufregend ist es ja auch für sie als bekennender Nicht-Apple-Fan, immerhin wird man seit Monaten mit der Ankunft des wichtigsten iPhones seit Jahren bombardiert, und da will man schon wissen, wie das dann mit 5G ist, wie viel es kostet und in welchen Farben es zu haben ist.

Also los geht’s, der YouTube-Stream streamt rüber auf den Flat-TV, rein ins Regenbogen-Rabbit-Hole, schwusch, Zoom durch das Apple-Raumschiff, und da kommt er, Tim Cook hat einen vielversprechenden Grinser drauf, gleich geht’s steil, und da sagt er: „Apple Watch und iPad.“ Und nicht „und iPhone“. Also kein iPhone, verdammt, Wette verloren, im Oktober muss man wieder einschalten, dann wird man endlich erfahren, was man eh schon immer wusste.

Na gut, also wenn wir schon dasitzen, dann schauen wir halt weiter. „Das ist ja eine Dauerwerbesendung, wie beim Telehopping“, sagt sie. Jaja, grummele ich, heuer ist das anders, sonst ja mit Publikum und live, und diesmal halt aufgezeichnet und aufpoliert.

Ziemlich aufpoliert. Wenn Cook und seine Manager durch die Räume schreiten, dann fragt man sich, sind das jetzt die echten Apple-Büros, oder stehen die in einer virtuellen Computer-Umgebung? Und diese seltsamen Handgesten, wer hat die denen wohl beigebracht? Da wirkt ja jeder Wetter-Moderator authentisch dagegen. Aber von mir aus, der teuerste Konzern der Welt darf sich schon mal von seiner besten Seite zeigen.

„Also was ist jetzt neu an der Apple Watch, die schaut ja aus wie deine alte, die dauernd herumliegt“, sagt sie, und ich sage „Blutsauerstoff“, weiß aber noch nicht, wozu ich mir den messen lassen müsste. Sicher aber praktisch, wenn man es mal hat, dann wird man wohl nicht mehr darauf verzichten… „Hahaha, jetzt haben sie das Gummiband neu erfunden!“, lacht sie über die neuen „Solo Loops“, die, ja ok, tatsächlich die Neuerfindung des Gummibands sind.

Aber immerhin, es gibt auch sinnvolle Sachen, etwa, wenn man Kinder mit der Apple Watch an die lange digitale Leine nehmen kann, mit Live-Ortung und so, und ihnen dazu kein iPhone kaufen muss. „Sicher praktisch, findest nicht?“

„Und, was sagst dazu?“

„Du?“

„Huhuu?!“

Ok, sie ist eingeschlafen, und wir sind nicht mal noch bei den neuen iPads angekommen, obwohl Tim doch erst vor 20 Minuten (20 Minuten!) gesagt hat, dass da noch was kommt. Ok, also dranbleiben, „one more thing“ ist noch drin. Also, neues iPad und neues iPad Air, wo ist da eigentlich der Unterschied, aber jetzt! Das iPad Air sieht aus wie das teuerste iPad Pro, aber dafür billiger und in mehr Farben, dafür kein LIDAR-Sensor zur ultimativen Vermessung des Raums, aber der Fingerprint-Sensor ist jetzt im Einschalt-Button integriert. Das ist schon eine technische Meisterleistung, das musst du mal hinbekommen, dafür muss man dann keinen schirchen Notch einbauen für die Gesichts-Scannung, ziemlich genial.

Soll ich sie aufwecken, das ist ja jetzt schon spannend, auch mit dem neuen Prozessor und so, und geiles Design, Hammer! Nein besser nicht, dann sagt sie sicher, das alte iPad reicht uns auch, liegt sowieso dauernd in der Gegend herum, Nähe Apple Watch. Ok, ich gebe auf, heute kann ich sie nicht für Apple begeistern, aber dann im Oktober sicher, wenn sie dann wirklich die neuen iPhones präsentieren!

Hoffentlich präsentieren die Cupertinos dann wirklich die neuen iPhones und nicht die Macs mit den neuen, sicher sehr laufstarken Apple-Silicon-Prozessoren, weil ein drittes Mal setzt sie sich nicht dazu und schaut sich die Dauerwerbesendung mit mir an.

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