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App-Marketing: Google startet Suchanzeigen im Play Store, kommt Facebook und Twitter ins Gehege

Search Ads, wie man sie schon aus der Google-Suche kennt. © Google

Der führende Werbekonzern im Internet will sein Geschäft mit digitalen Anzeigen vorantreiben. In einem Blog-Post hat Surojit Chatterjee, Google-Director für Mobile Search Ads, nun den Start für AdWords-Anzeigen im Google Play Store verkündet, der auf mehr als einer Milliarde aktivierter Android-Geräte in mehr als 190 Ländern verfügbar ist. Die Ads werden in den Suchergebnissen des Play Store auftauchen und nach dem bekannten AdWords-Schema oben vor den Suchtreffern gereiht sowie im Bereich der App-Vorschläge angezeigt. Erkennbar für den Normal-User sind sie an der kleinen gelben Markierung, die mit „Ad“ bzw. „Anzeige“ beschriftet ist.

Verfügbar sollen die „Search Ads on Google Play“ für alle Werber sein, die bereits „Search App Install“-Kampagnen in AdWords nutzen. Laut Google nutzen bereits Firmen wie Booking.com and Nordeus die neue Werbeform, um ihre Apps zu promoten.

App-Öffnung lässt sich jetzt messen

In einigen Wochen sollen Werber auch die Möglichkeit bekommen, so genannte „Universal App Campaigns“ zu schalten, bei denen die Ads über Google Search, YouTube, das AdMob In-App Network sowie mehr als zwei Millionen Webseiten in Googles Display-Netzwerk ausgespielt werden. An die Erfolgsmessung hat Google natürlich auch gedacht und will dafür Tracking-Tools bereitstellen, die über alle Kanäle hinweg einheitlich messen können sollen. Eine wichtige Neuerung: Mit dem neuen Tool „Android-App-Installationen (erstes Öffnen)“ soll man – wie der Name schon sagt, messen können, wie viele User die App überhaupt einmal geöffnet haben, die sie geladen haben. Der neue Conversion-Typ soll sich auch mit den Analyse-Werkzeuge der Drittanbieter Tune, AppsFlyer, Kochava, Adjust und Apsalar messen lassen.

Dass man nun Apps im Play Store bewerben kann, mag sich eher unwesentlich anhören, kann für manche Unternehmen aber sehr wichtig sein – man denke etwa an Carsharing-Dienste wie Car2Go oder DriveNow, deren Business stark von der Verbreitung ihrer Apps abhängt. Denn ohne deren Apps lassen sich bereits viele Mietwägen gar nicht mehr öffnen.

Wie reagieren Apple, Facebook und Twitter?

Dass Google nun noch stärker ins App-Marketing vordringt, wird den Social Networks Facebook und Twitter zu Denken aufgeben – immerhin gibt es bei ihnen stark nachgefragte App-Install-Ads zu buchen, die ihnen viel Geld bringen. Nun direkt im Play Store werben zu können, ist für Werber möglicherweise eine Alternative. In den USA ist App-Werbung bereits ein großes Ding: Laut eMarketer wurden für App-Install-Ads in den USA 2014 1,67 Milliarden US-Dollar ausgegeben, 2015 sollen diese Spendings auf etwa drei Milliarden US-Dollar anwachsen.

Was Werber sicher auch gerne können würden: sich Top-Positionen in den Suchergebnissen von Apples App Store kaufen zu können. Ob Apple aber solche Werbung zulassen wird, ist fraglich, aber durchaus möglich.

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