Channel

Fintech

Regulierung

Ant Group: Chinas größtes Fintech wird vom Regime zerlegt

Ant Group Logo in der Lobby.
Ant Group Logo in der Lobby.

Jack Ma ist in China eine ähnliche Persönlichkeit wie Elon Musk – ein Held der Entrepreneure, ein Vorbild für junge Gründer, und ein Milliardär, der gar als Star im Martial-Arts-Kurzfilm „Gong Zhou Dao“ („The Art of Attack and Defense“) auftrat. Für den zweit reichsten Mann Chinas (Tencent-Gründer Pony Ma hat in 2020 überholt) schien nichts unmöglich – bis sich das Pekinger Regime Mas Unternehmen Alibaba und Ant Group vorknöpfte.

Nachdem die Kartellwächter der Alibaba Group wettbewerbesrechtliche Verstöße vorgeworfen haben, geht es nun auch der Ant Group, dem größten Fintech Chinas, an den Kragen. Die Ant Group hat sich rund um die Alibaba-Tochter Alipay gebildet und bietet neben der populären Payment-App auch weitere Dienste wie Kredite, Versicherungen, Banking und digitale Vermögensverwaltung an – quasi eine Fintech-Super-App, die die chinesischen Pendants zu N26, PayPal und Lemonade unter einem Dach vereint.

Jack Ma und das provozierte Ant-Group-Debakel

Das ist dem Regime von Xi Jinping zu mächtig geworden – vor allem das Kreditgeschäft – kleine Beträge für Konsumenten – hat Dimensionen erreicht, die den staatlichen Banken unheimlich geworden ist. Nun verlangt Peking, dass mindestens 30 Prozent der Gelder, die verliehen werden, als Kapital zurückgelegt werden – zuvor waren es viel weniger. Nun hat die chinesische Zentralbank die Ant Group angewiesen, sich wieder aufs Kerngeschäft zu konzentrieren.

Hohe Auflagen

Damit ist die Ant Group nur knapp einer Zerschlagung entgangen. Das Unternehmen, das dieses Jahr bei einem Börsengang eigentlich mehr als 30 Milliarden Dollar einnehmen wollte, muss sich jetzt um folgende 5 Punkte kümmern:

  • Rückkehr zum Kerngeschäft, dem digitalen Zahlungsverkehr, mit mehr Transparenz bei Transaktionen bringen
  • die notwendigen Lizenzen für sein Kreditgeschäft einholen und mehr in den Datenschutz investieren
  • eine Finanzholding gründen und sicherstellen, dass es über ausreichend Kapital verfügt
  • seine Kredit-, Versicherungs-, Vermögensverwaltungs- und anderen Finanzgeschäfte entsprechend den Gesetzen umgestalten
  • die Compliance für sein Wertpapiergeschäft verstärken

Für Chinas größtes Fintech ist das alles natürlich ein herber Rückschlag. Anstatt Milliarden in den weiteren Ausbau der Geschäft in In- und Ausland investieren zu können, muss sich die Belegschaft nun mit der Umgestaltung der Business-Zweige auseinandersetzen.

E-Commerce-Gigant Alibaba wird von Kartellwächtern untersucht

Doch in chinesischer Manier gibt sich as Unternehmen, das noch zu etwa einem Drittel von Jack Ma kontrolliert wird, unterwürfig als auch optimistisch. „Die Berichtigung ist eine Gelegenheit für die Ant Group, die Grundlage für das Wachstum unseres Geschäfts bei voller Einhaltung der Vorschriften zu stärken und sich weiterhin auf Innovationen für das Gemeinwohl und die Unterstützung kleiner Unternehmen zu konzentrieren“, heißt es in einem offiziellen Statement. „Wir werden die Technologie weiterentwickeln, um die Effizienz und Inklusivität von Finanzdienstleistungen kontinuierlich zu verbessern, unsere globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und zum neuen Entwicklungsparadigma des „dualen Kreislaufs“ beizutragen, unter der Voraussetzung, der Realwirtschaft zu dienen und die Finanzregulierung einzuhalten.“

Ant Group: Größter IPO aller Zeiten wird kurzfristig abgeblasen

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Promotion

Mehr von Trending Topics