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Angriff auf Banken: Klarna bringt eigene Girokonten in Deutschland und Österreich

Die Klarna-App. © Klarna
Die Klarna-App. © Klarna

Irgendwann auf dem Weg zu einem der größten Fintechs Europas hat sich Klarna dazu entschieden, nicht bloß im B2B-Geschäft Payment-Lösungen anzubieten, sondern sich den B2C-Markt nicht entgehen zu lassen. Deswegen gibt es schrille Werbekampagnen mit Snoop Dogg und Lady Gaga, eine Shopping-App, eine eigene Kreditkarte – und bald auch ein eigenes Girokonto, dass man bei dem schwedischen Unternehmen eröffnen kann.

Klarna steigt also in den umkämpften Markt der Neobanken ein und will Nutzer nicht nur dazu bringen, ihr Geld auszugeben, sondern dieses auch helfen zu verwalten. In einem ersten Schritt startet bald eine Testphase in Deutschland, in der eine „begrenzte Anzahl treuer Klarna-Nutzer“ ein Girokonto eröffnen können. Zum Klarna-Konto kommt eine Visa-Debitkarte, die auch mit Google Pay und Apple Pay für mobiles Bezahlen per Smartphone verbunden werden kann. In der App soll man – wie man es von modernen Banking-Apps kenn – seine Ausgaben kategorisieren und analysieren können.

Klarna hat bereits 2017 eine Banklizenz von der schwedischen Finanzaufsicht erhalten, ist also nicht auf andere Banking-as-a-Service-Angebot (BaaS) angewiesen.

Der DACH-Raum – und darauf gab es immer wieder Hinweise – ist für Klarna in punkto Bank-Services besonders interessant. Und so heißt es: „In den kommenden Monaten wird das Girokonto dann schrittweise für alle Klarna-Kunden in Deutschland ausgerollt. Mittelfristig wird das Klarna Girokonto auch in Österreich an den Start gehen.“ Mit dem Girokonto wird Klarna immer mehr auch zur Bank und könnte damit ein neuer Konkurrent nicht nur zu traditionellen Banken, sondern auch zu den europäischen Neobanken Revolut und N26 werden.

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„Shopping und Banking in einer App“

„Wir wollen unseren Verbrauchern beim Shopping und Verwalten ihrer Ausgaben eine noch bessere User Experience bieten”, sagt Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski. “Es gibt noch eine Menge Verbesserungspotenzial für die Art und Weise, wie wir aktuell unsere Finanzen verwalten und Geld sparen. Nutzer erwarten nahtlose, intuitive und transparente Dienstleistungen, um ihre täglichen Bedürfnisse zu erfüllen. Viele traditionelle Banken kommen dem allerdings noch nicht nach. Mit Klarna Banking bündeln wir Shopping und Banking in einer App und bieten den Verbrauchern die Möglichkeit ihre Bankgeschäfte genauso unkompliziert zu erledigen, wie sie mit Klarna einkaufen.“

Klarna ist mit einer Bewertung von 10,65 Milliarden Dollar das zweit wertvollste Fintech in Europa hinter Checkout.com aus Großbritannien mit 15 Milliarden Dollar (Trending Topics berichtete). Mit Investoren wie der chinesischen Ant Group, Sequoia Capital, Bestseller Group, Atomico, VISA und Permira und etwa 85 Millionen Nutzern gibt es einiges Potenzial, zu einer Super-App im Finanzbereich zu werden – also einen Dienst, in dem man alles vom Sparen übers Shoppen bis zum Geld ausleihen erledigen kann.

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