Channel

Ecosystem

Zukunft der Arbeit

andys.cc: Österreichische Coworking-Kette will jetzt über Franchising wachsen

Marcus Weixelberger und sein Team von andys.cc. © andys.cc
Marcus Weixelberger und sein Team von andys.cc. © andys.cc

Franchising-Modelle liegen in der österreichischen Startup-Szene – zumindest dort, wo es um physische Standorte geht – derzeit im Trend. Nachdem erste diese Woche der Self-Storage-Anbieter Storebox sein Franchising-Angebot als seinen künftigen „Wachstumsmotor“ bezeichnet hat, startet nun auch der Coworking-Space-Betreiber andys.cc diesen Turbo. In Klosterneuburg bei Wien wurde jetzt der erste Franchise-Standort eröffnet, bis Ende des Jahres sollen etwa ein dutzend weitere in ganz Österreich dazukommen.

„Franchising ist für unsere österreichweite Expansion und darüber hinaus ein wichtiger Baustein“, sagt Marcus Weixelberger, der andys.cc 2018 gestartet hat (Trending Topics berichtete). Bisher gibt es inklusive Klosterneuburg fünf Standorte mit insgesamt 1.700 Quadratmetern. Bis Ende 2020 sind weitere 13 Coworking-Center geplant. „Die Nachfrage nach einem durchdachten Büro-Filialkonzept ist sehr groß. Wir sind schon mit weiteren Immobilienentwicklern in Gesprächen, die unser Verständnis von professionellen und effizienten Arbeitsumfeldern in anderen Gemeinden umsetzen wollen“, so Weixelberger.

Landflucht verhindern

Anders als der ins Wanken geratene Coworking-Riese WeWork sucht Weixelberger und sein Team aber nicht nur in den großen Städten, sondern will auch in kleineren Gemeinden Spaces eröffnen. Er sieht andys.cc künftig mehr als Plattform- denn als Immobilienbetreiber. Die ersten selbst betriebenen Standorte in Wien hätte man aufgemacht, um zu beweisen, dass das Konzept funktioniert. Künftig geht es nun darum, Immobilienbetreiber und Hauseigentümer zu finden, die unter dem Dach von andys.cc Franchise-Standorte aufmachen wollen. Weixelberger – er selbst war viele Jahre IT-Unternehmer – will mit seiner Firma für die technologische Ausstattung, die Web-Plattform und das Marketing drum herum sorgen.

In Klosterneuburg hat andys.cc mit der Gemeinde selbst einen Unterstützer gefunden. „Unsere Gemeinde beherbergt viele Unternehmer und EPUs, die auf dem Weg in die Arbeit täglich wertvolle Zeit beim Pendeln verlieren. Mit dem neuen Standort von andys.cc stärken wir die regionale Wertschöpfung und verbessern die Lebensqualität der Klosterneuburger“, so Vizebürgermeister Honeder. Auch viele andere Gemeinden, die Landflucht verhindern wollen, hätten an dem Coworking-Konzept Gefallen gefunden, so Weixelberger. Schon Ortschaften mit mindestens 10.000 Einwohnern könne ein Standort Sinn machen – vor allem dann, wenn es viele Pendler gibt, die jeden Tag weite Strecken in größere Strecken zur Arbeit fahren müssen.

Pendler als Zielgruppe

In Klosterneuburg etwa gibt es 7.000 Menschen, die täglich nach Wien pendeln. Wenn man einige von diesen (und ihre Arbeitgeber) davon überzeugt, dass sie auch in einem Coworking Space remote arbeiten können, kann sich ein Standort lohnen. Mit einem Franchise-Betreiber teilt sich andys.cc dann die Einnahmen – je nach Vereinbarung bekommt Weixelbergers Firma zwischen 40 und 60 Prozent. Er sorgt dafür, dass alles vom Zugangssystem über die Buchungs-Plattform bis hin zu WLAN und Drucker vor Ort funktionieren. Der Break Even eines Standortes ist übrigens bei etwa 50 Prozent Auslastung erreicht. Wir dieses Ziel nach 18 Monaten nicht geschafft, dann würde sich andys.cc als Partner wieder zurückziehen.

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen
Corona-Krise