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Amplifyre: Neue Plattform vermittelt die richtigen Software-Agenturen für Projekte

Das Team von Amplifyre. © Amplifyre
Das Team von Amplifyre. © Amplifyre

Es gibt wohl einige wenige Unternehmen auf diesem Planeten auch im Software-Bereich, die ohne IT-Outsourcing auskommen. Die beschleunigte Digitalisierung wird dazu beitragen, dass der Markt für IT-Outsourcing bis 2025 auf 330 Milliarden Dollar wachsen wird. Der Unternehmer David Turewicz, der mit Eastcode bereits eine Firma in Wien hatte, will mit seinem neuen Venture Amplifyre nun von Berlin aus dafür sorgen, dass Unternehmen die richtigen Software-Agenturen für Projekte finden. Wie das läuft, erklärt er im Interview mit Trending Topics.

Trending Topics: Amplifyre will 300 Software-Agenturen aus 20 Ländern vermitteln können. Wie handelt ihr diese Menge an unterschiedlichen Ländern, Sprachen etc.?

David Turewicz: Heutzutage sprechen die meisten Softwareunternehmen Englisch. Zumindest auf der Ebene des Projektmanagements. Auch Unternehmen, die outsourcen möchten, sprechen meistens auf dieser Ebene Englisch. Dies erleichtert den Vorgang erheblich, da jeder eine gemeinsame Sprache hat. Jedoch wertet unser Algorithmus in der Plattform mehr als 50 Faktoren aus um Unternehmen und Software Firmen zu matchen und einer davon ist auch die Sprache. Es kommt jedoch selten vor, da Englisch wirklich die Geschäftssprache ist, die zunehmend in der IT als Standard angesehen wird.

Weiterhin haben wir auch ein Team von IT-Consultants (wir nennen sie Amplifyre Experts), die sowohl Kunden als auch Softwareagenturen auf ihrem Weg zur Projektabwicklung unterstützen. Hier haben wir die Möglichkeit, eine Schnittstelle der Kommunikation und des Controllings zu bieten und unsere Kunden bereits auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Portugiesisch, Spanisch oder Polnisch beraten zu können. Uns ist es wichtig, trotz Automatisierung eine menschliche Note zu behalten, wo wir mit unserem Fachwissen wirklich einen Beitrag leisten und Projekten zum Erfolg verhelfen können.

Welche Kosten entstehen für Kunden bei euch als Vermittler? Wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Für die Kunden ist unser Basismodell, also das Matching zu zwei Unternehmen, grundsätzlich umsonst. Es gibt jedoch auch ein Pro-Match-Modell, in dem mehr Matches und eine zusätzliche Auswertung der Ergebnisse für 290 Euro angeboten wird. Auf der anderen Seite berechnen wir unseren Software-Agenturen eine kleine Provision für ihre Projekte.

Während der gesamten Projektzeit können unsere Amplifyre Experts über die Platform dazu gebucht werden. Dafür haben wir auch in unserer Software eine Video- und Chat-Lösung integriert.  Wir berechnen im Vergleich zum IT-Beratungsmarkt sehr erschwingliche Kosten pro Stunde, da wir der Ansicht sind, dass es für unsere Plattform von wesentlicher Bedeutung ist, Unternehmen dabei zu helfen erfolgreiche IT-Projekte zu haben. Wir sehen es als unsere Mission, an IT-Projekte erfolgreich zu machen.

Warum fokussiert ihr auf Outsourcing? Geht der Trend nicht dahin, dass IT als Kernkompetenz von Unternehmen in allen Branchen gilt und diese Experten direkt bei sich anstellen wollen?

Es ist richtig, dass IT immer mehr als Kernkompetenz gesehen wird und Unternehmen ihre eigenen Entwickler haben wollen. Mittlerweile gibt es jedoch viele tausende verschiedene Technologien und Projekttypen. Somit ist es unmöglich für ein Unternehmen, Entwickler für jeden Projekttyp parat zu haben, welcher in einem Unternehmen anfällt.

Heutzutage hat ein Unternehmen oft mehrere IT-Projekte in verschiedenen Technologien gleichzeitig. Diese Entwicklung und das rasante Wachstum der IT-Outsourcing-Branche lässt sich auch in vielen Statistiken erkennen. Somit wird ein Wachstum von 4,5 Prozent dieses eh schon gewaltigen über 330 Milliarden Dollar schweren Sektors bis 2025 erwartet.

Der Talent-Pool ist immer verteilter. Spielt euch das in die Karten?

Wenn Unternehmen mit der Entwicklung einer IT-Lösung konfrontiert sind, für die sie nicht über das erforderliche Fachwissen verfügen, entscheiden sie sich häufig dafür, ein auf diese Technologie spezialisiertes Unternehmen anstelle eines Freelancers einzustellen. Softwareunternehmen sind vertrauenswürdiger und können als eingespieltes Team zusammenarbeiten. Darüber hinaus wächst die IT-Outsourcing-Branche, da der Talentpool mittlerweile weltweit dezentralisiert ist und manchmal die besten Talente nicht bereit sind, umzuziehen. Sie bevorzugen es, in Software-Unternehmen in ihrem eigenen Land zu arbeiten. Das Auslagern einer dieser spezialisierten Dienstleistungen ist für das Unternehmen somit um ein Vielfaches effektiver, als sich selbst Expertisen aufzubauen, die nicht langfristig zu ihrem Kerngeschäft gehören.

Grundsätzlich verstehen wir uns als Platform, welche IT-Projekte durch unseren einzigartigen End-to-End-Ansatz zum Erfolg führen soll. Das heißt, es geht nicht primär um Outsourcing, sondern darum wie Projekte mit dem richtigen Partner und den richtigen Prozessen erfolgreich durchgeführt werden können.

Wie sichert ihr die Qualität der Agenturen und der Projekte?

Alle Agenturen werden von uns vor der Aufnahme überprüft. Wir schauen uns vorherige Projekte und Kunden an und analysieren interne Prozesse. Wir arbeiten grundsätzlich nur mit Firmen, die schon einen gewissen Reifegrad haben. Es dauert als Softwarefirma wie in jeder anderen Firma auch ein paar Jahre, bis die nötigen Prozesse und Strukturen im Unternehmen einwandfrei laufen. Das heißt, Erfahrung und Expertise ist uns sehr wichtig im Auswahlprozess.

Vergessen wir auch nicht, dass ein Teil unseres Plattformzwecks darin besteht, die stärksten Fachgebiete jeder Softwarefirma zu identifizieren und Projekte mit Softwarefirmen abzugleichen, die Erfahrung mit den sehr detaillierten Projektanforderungsfaktoren haben. Es ist nicht so oft so, dass Softwarefirmen besser sind als andere, sondern dass einige in einer bestimmten Technologie und Branche besser sind und in einer anderen nicht genug Erfahrung haben. Ein großartiges Softwareunternehmen in der Gesundheitsbranche könnte eine schlechte Arbeit für ein Finanzprojekt liefern und umgekehrt. Unsere Plattform filtert also jede Inkompatibilität heraus.

Kannst du ein paar Beispiele für Projekte nennen, die man via Ampliyre umsetzen könnte?

Wir haben ein sehr breites Spektrum an Projekten, weil wir Agenturen aus allen Bereichen haben. Im Prinzip bieten wir somit alles an, was man sich an Softwarelösungen vorstellen kan. Also etwa Webseiten, ERP-Systeme, CRM-Systeme, Hardwaremodule, SAP-Plugins, Blockchain-Lösungen, Machine Learning, E-Commerce Lösungen, Datenbanksysteme und so weiter.

Du hast zuvor Eastcode in Wien gemacht und Software-Firmen aus dem europäischen Osten an Kunden im Westen vermittelt. Jetzt machst du Amplifyre in Berlin – wo liegt der Unterschied? Was passierte mit Eastcode?

Beide Unternehmen existieren parallel. Amplifyre hat einen anderen Fokus und hat eine internationalere und breitere Aufstellung, wohingegen es bei Eastcode darum ging, eine Schnittstelle zwischen westlichen Kunden und östlichen Anbietern zu sein. Amplifyre stellt eine Komplettlösung dar, um IT-Projekte erfolgreich umsetzen zu können. Eastcode ist auch eher ein Service-Modell, Amplifyre ist eine digitale Platform.

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