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Quartalszahlen

Amazon: Lieferungen kosten zehn Milliarden Dollar in drei Monaten

Die geplanten Elektro-Lieferwägen von Rivian. © Amazon
Die geplanten Elektro-Lieferwägen von Rivian. © Amazon

Welch ein Jammer. Amazon hat im dritten Geschäftsquartal 2019, das mit 30. September endete, nur einen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar gemacht. Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, und Börsianer sind deswegen so gepisst, dass sie den Aktienkurs des Online-Giganten gleich mal um bis zu 9 Prozentpunkte ins Minus geschickt haben. Dabei gibt es ja auch Gutes zu berichten. Schließlich ist der Umsatz von Amazon im 3. Quartal wieder mal gestiegen, und zwar auf rund 70 Milliarden Dollar (plus 24% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Kostspieliger Versand

Was ist es nur, was Amazon trotz gestiegenen Umsatzes weniger Gewinn machen lässt? Ist die Organisation nicht auf höchste Effizienz getrimmt, während Arbeiter in den Produktlagern ständig wegen schlechter Arbeitsbedingungen und unfairen Löhnen protestieren müssen? Mastermind Jeff Bezos klärt uns auf.

Amazon hat in dem Geschäftsquartal satte zehn Milliarden Dollar für Versand ausgegeben. Schuld an den hohen Kosten, die etwa 46 Prozent über Vorjahr liegen, sind die Lieferungen am selben Tag an die Prime-Mitglieder, die eine Mitgliedsgebühr pro Monat bezahlen. Aber Bezos denkt, dass sich das langfristig auszahlen wird. Nirgendwo anders soll der Kunde so sehr König sein wie bei Amazon, seine Zufriedenheit ist alles andere unterzuordnen.

Wolken über der Cloud

Dass Amazon weniger Gewinn macht, ist möglicherweise auch den Cloud-Diensten von Amazon Web Services (AWS) anzulasten. In Sachen Profit gilt AWS als goldene Kuh und hat im dritten Quartal 2019 einen Umsatz von rund 9 Milliarden Dollar eingebracht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein fetter Zugewinn von rund 35 Prozent. Allerdings wächst AWS nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, und das dürfte das Ergebnis etwas drücken.

Dass AWS nicht mehr so stark wächst, darf man bei Amazon getrost dieser anderen Firma aus der Heimatstadt Seattle anlasten. Denn von dort aus baut Microsoft sein Cloud-Geschäft mit Azure kontinuierlich aus und hat erst kürzlich ein Wachstum von 59 Prozent bekannt gegeben. Microsoft hat dank Windows und Office einen ganz guten Draht zu Unternehmen und dürfte dort derzeit mit den Cloud-Diensten oftmals offene Türen einrennen. Auch Google drängt in das Geschäft – das alles macht es nicht leichter für Amazon und AWS.

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