Gastbeitrag

eCommerce: „Know-how, wie die Algorithmen von Amazon arbeiten, ist noch sehr wenig verbreitet“

Amazon von innen. © Amazon
Amazon von innen. © Amazon

Wenn man den Konsumenten auf der Straße nach seinem Lieblings-Online Shop fragt, kommt zu 99% als Antwort: Amazon! Es ist der Beweis, dass Jeff Bezos‘ Strategie in den letzten Jahren einen enormen Erfolg hatte und die Marke Amazon oft schon als Synonym für eCommerce gilt. Doch welche Einflüsse hat dies für Online-Händler, Produzenten und Unternehmen, die bis dato noch keinen eCommerce-Kanal aufgebaut haben? Gibt es ein Leben bzw. eCommerce neben Amazon?

Die Antwort ist ein ganz klares Jein – ob ja oder nein hängt von euren Produkten ab. Amazon macht für jeden Unternehmer Sinn, wenn ihr ein Produkt(-sortiment) habt, das nicht direkt vergleichbar ist und euch ein Alleinstellungsmerkmal gibt – sei es über die Marke oder da ihr eine Nische besetzt.

Denn als Markeninhaber könnt ihr euch bei Amazon registrieren lassen und nach einem kurzen Check, ob ihr auch tatsächlich über alle notwendigen Rechte verfügt, könnt ihr eure Produkte sehr eindrucksvoll und umfassend vermarkten.

Potenzial wird liegen gelassen

Derzeit lassen viele auf Amazon registrierte Händler jedoch hier großes Potential liegen, denn es ist nicht damit getan, einfach Produkte live zu stellen – es geht darum, das Gefühl für die Produkte beim Kunden zu wecken und so eine emotionale Bindung aufzubauen. Dies passiert über sinnvolle Beschreibungen, gut gemachte Bilder, Produkt- & Image Videos sowie über eine Darstellung eures Unternehmens.

Der nächste Schritt ist dann SEO/SEA bei Amazon – ein neues Feature, welches seit Ende 2015 am deutschsprachigen Markt verfügbar ist und bei vielen Agenturen in der D-A-CH-Region für Goldgräberstimmung sorgt, da ein Hype wie beim Start von SEO/SEA von Google vor vielen vielen Jahren; und ähnlich wie damals ist das Know-how, wie die Algorithmen von Amazon arbeiten und welche Möglichkeiten es für Händler gibt, noch sehr wenig verbreitet.

Andererseits ist genau dieser Punkt sehr spannend, denn im Moment kann man viele Strategien ausprobieren, um so Schritt für Schritt die Erfolgsfaktoren für die eigenen Produkte kennenzulernen.

Amazon ist ein zusätzlicher Kanal

Amazon bietet hier vielen Unternehmern noch enorme Möglichkeiten – außerdem sollte Amazon niemals als Konkurrenz zum eigenen Online-Shop gesehen werden, sondern als eine Kanal-Erweiterung. Amazon-Kunden wechseln nur sehr selten in den hauseigenen Shop eines Anbieters, denn ihnen ist der Service und die Einfachheit von Amazon wichtig. Auf der anderen Seite kann man jedoch über den eigenen Shop Kunden abwickeln, für die Amazon nicht interessant ist oder natürlich auch darüber Produkte verkaufen, die man selbst aufgrund einer kleineren Marge nicht am Marktplatz listen möchte.

Das Ziel für erfolgreiche eCommerce-Unternehmer muss es sein, den eigenen Shop und Amazon in einer Strategie so zu bedienen, dass es möglichst wenig Kannibalisierungseffekte gibt, aber die Marketing-Power von beiden Kanälen möglichst effizient genutzt werden kann und man somit den Konsumenten dort mit den gewünschten Produkten versorgt, wo dieser sie gerade einkaufen möchte. Denn der Kunde entscheidet, welcher Kanal funktioniert und als Unternehmer muss ich auf die Wünsche meines Kunden hören.

Dieser Artikel stammt von Stephan Grad, dem Geschäftsführer von A-COMMERCE. A-COMMERCE veranstaltet in Österreich regelmäßig Events zu Online-Handel und E-Commerce und will mit seinem Netzwerk von Partnern, Meinungsbildnern und Entscheidungsträgern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern die Möglichkeit geben, sich nicht nur digital, sondern auch persönlich miteinander zu vernetzen.

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