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Alpine Quantum Technologies: 10 Millionen Euro für Tiroler Quantencomputer-Spezialisten

Die Alpine Quantum Technologies-Gründer Rainer Blatt und Peter Zoller. © C. Lackner
Die Alpine Quantum Technologies-Gründer Rainer Blatt und Peter Zoller. © C. Lackner

Quantencomputer gelten als die Super-Rechner der Zukunft, bei denen Informationen mit Qubits anstelle von Bits dargestellt werden und so extrem große Datenmengen in sehr kurzer Zeit bewältigen können. Alpine Quantum Technologies, ein Spin-off der Universität Innsbruck, zählt weltweit zu den führenden Firmen, die die Kommerzialiserung von Quantencomputern vorantreiben. Nun hat die vor rund zwei Jahren gegründete GmbH der drei Quantenphysiker Rainer Blatt, Peter Zoller und Thomas Monz eine weitere Förderung von zehn Millionen Euro erhalten.

„Vor wenigen Tagen konnte die AQT angekündigte Beteiligungen in Höhe von 10 Millionen Euro durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG und die Universität Innsbruck finalisieren“, heißt es in einer Aussendung. Die FFG investiert dabei fünf Millionen Euro aus Mitteln der Nationalstiftung für Forschung und Technologieentwicklung (NFTE), und die Universität Innsbruck bringt fünf Millionen Euro über eine „Leistungsvereinbarung mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung“ ein.

Produktreife bis 2022 angepeilt

Bereits mit 15 Prozent beteiligt an Alpine Quantum Technologies ist die IVT Privatstiftung der Industriellenvereinigung Tirol. Außerdem gab es eine PreSeed-Finanzierung durch das Austria Wirtschaftsservice (aws). Die neue finanzielle Unterstützung wurde bereits Anfang 2018 angekündigt (Trending Topics berichtete).

Quantensimulationsexperiment mit langen Ionenkristallen am IQOQI. © IQOQI
Quantensimulationsexperiment mit langen Ionenkristallen am IQOQI. © IQOQI

Ziel ist nun, mit Hilfe des Investments einen kommerziellen Ionenfallen-Quantencomputer-Demonstrator 2020 zu präsentieren und diesen bis 2022 zur Produktreife führen. Derzeit verfügt die Firma eigenen Angaben zufolge bereits über einen programmierbaren Ionenfallen-Quantencomputer mit 20 Quantenbits. Alpine Quantum Technologies arbeitet mit dem Innsbrucker Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) und der Universität Innsbruck bereits seit längerem eng zusammen.

Angepeilt werden auch Kooperationen mit Industrieunternehmen. „Wir bieten unseren Kunden aus der Industrie die Möglichkeit, mit konzeptionellen Testprogrammen zu arbeiten. So können sich deren Mitarbeiter bereits frühzeitig für die Arbeit mit Quantencomputern qualifizieren und positionieren“, so Geschäftsführer Thomas Monz. Dsas prognostizierte Marktvolumen liegt bei einer Milliarde Euro bis 2020 und soll danach weiter stark wachsen.

„Rot-weiß-rotes Stärkefeld“

„Österreich zählt weltweit zu den Quanten-Pionieren. Das rot-weiß-rote Stärkefeld wurde in den vergangenen Jahren gezielt ausgebaut und hat auch international entsprechende Sichtbarkeit und Anerkennung“, so Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG. Die FFG als nationale Kontaktstelle bietet die FFG auch entsprechende Unterstützung beim Einwerben von Mitteln aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ an.

Die Beteiligung der Universität Innsbruck an der AQT wird von der 2008 gegründeten Universität Innsbruck Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH gemanagt. „Insgesamt sind wir derzeit über die Uni-Holding bereits an zirka 20 kommerziell ausgerichteten Spin-offs zur Entwicklung und Vermarktung von Ergebnissen aus den Bereichen Physik, Chemie, Informatik und Betriebswirtschaft beteiligt“, so Tilmann Märk, Rektor der Universität Innsbruck. Die Betriebsleistung dieser Spin-offs lag im Geschäftsjahr 2018 bei insgesamt 3,7 Millionen Euro.

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