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Das sind alle weiblichen Vorstände börsennotierter Unternehmen Österreichs

© Pixabay
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Neun weibliche Vorstände gibt es in Österreichs börsennotierten Unternehmen. Das ist keine Angabe in Prozent, es ist die absolute Zahl. Und sie ist rückläufig. 2017 gab es in den Vorständen noch elf Frauen. Die aktuell neun Frauen arbeiten mit 177 männlichen Vorständen zusammen. Das geht aus dem Mixed Leadership Barometer des Beratungsunternehmens EY hervor.

Es sind so wenige, dass man alle davon beim Namen nennen kann: Monika Stoisser-Göhring ist CFO bei AT&S, Herta Stockbauer CEO der BKS Bank, Erika Hochrieser CFO der Fauenthal Holding, Karin Trimmel CEO der Gurktaler AG, Doris Krejcarek Vorstandsmitglied bei Ottakringer, Elisabeth Stadler CEO der Vienna Insurance Group, Judith Havasi und Liane Hirner Vorstandsmitglieder der Vienna Insurance Group und Brigitte Kurz Vorstandsmitglied von Wolford.

In Prozent ausgedrückt klingt die Bilanz immer noch bitter: Der Frauenanteil ist von sechs auf 4,8 Prozent zurückgegangen. Und es ist ein österreichisches Phänomen. In Deutschland ist der Anteil an Frauen im Vorstand börsennotierter Unternehmen von 7,3 Prozent auf 8,6 Prozent gestiegen. Aber auch dieser (geringe) Aufwärtstrend darf nicht täuschen.

63 Jahre bis zum Gleichgewicht in den Vorständen

Nur in jedem dritten dieser deutschen Unternehmen sitzt überhaupt eine Frau im Vorstand. In Österreich ist es nur jedes siebte börsennotierte Unternehmen. Vorstandsvorsitzende gibt es in ganz Deutschland nur zwei. Geht die Entwicklung so weiter, braucht es laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung noch 63 Jahre bis in den Vorstandsetagen ein Gleichgewicht herrscht.

Die Vorteile gemischter Teams

Es gibt mittlerweile zahllose Studien, die belegen, dass Unternehmen mit gemischten Teams erfolgreicher sind. „Es mag zunächst etwas anstrengender sein, in gemischten, heterogenen Teams zu arbeiten – aber das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen, Ideen und Fähigkeiten führt eben auch oft zu neuen Lösungen, zu mehr Innovationskraft und wird so auch ein wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg“, fasst EY-Partnerin Helen Pelzmann zusammen. „Zudem werden jene Unternehmen, die keine Frauen in Führungspositionen setzen, für Frauen immer unattraktiver werden und daher den Kampf um die besten Köpfe, der künftig aufgrund des demographischen Wandels immer härter werden wird, verlieren“.

Die Quote zeigt Wirkung

Aufsichtsräte sind übrigens weiblicher: Der Anteil ist laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Deutschland um gut drei Prozent auf 28,4 Prozent gestiegen. Der Grund dafür: Es gibt dort eine gesetzliche Quote von 30 Prozent. 77 Prozent der Unternehmen erfüllen diese Quote derzeit. Seit Anfang 2018 gibt es diese Quote auch in Österreich und sie hat einen ähnlichen Effekt. Der Frauenanteil in den Kontrollgremien österreichischer börsennotierter Unternehmen ist von 18,8 Prozent auf 23,3 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen sind es 126 weibliche Aufsichtsrats-Mitglieder – in fast zwei Drittel der Unternehmen sitzen sogar mindestens zwei Frauen im Aufsichtsrat.

„Diese Quote zeigt Wirkung“, so Pelzmann. „Eine diverse Zusammensetzung des Aufsichtsrats kann für jedes Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein, weil sich komplexe Herausforderungen nur mit vielfältigen Kompetenzen und Perspektiven bewältigen lassen“.

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