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all i need: Wiener Drink-Startup mehrheitlich an deutschen Getränkekonzern Capri-Sun verkauft

Alexander Jiresch und Thomas Miksits von all i need. © all i need beverage GmbH
Alexander Jiresch und Thomas Miksits von all i need. © all i need beverage GmbH

Eigentlich wollten sie es nicht an die große Glocke hängen, doch nun ist es raus: Das Wiener Getränke-Startup all i need hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Die deutsche Capri-Sun-Gruppe, bekannt für ihre in Beutel abgefüllten Fruchtsäfte, hat sich die Mehrheit an der österreichischen Firma geschnappt, die Teegetränke in Dosen als Alternative zu herkömmlichen Energy-Drinks verkauft. Konkret hat sich Capri-Sun 85 Prozent des Wiener Unternehmens gekauft, der Rest der Anteile verbleiben bei den Gründern.

Die all i need beverage GmbH wurde 2010 von Thomas Miksits und Alexander Jiresch gestartet. Sie schreibt sich CO2-Neutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf die Fahnen. Da die Teegetränke in Aluminiumdosen abgefüllt werden, wird das so verursachte CO2 in Form von Aufforstungsprojekten in Südamerika kompensiert. Derzeit bietet die Wiener Firma zwei unterschiedliche Getränke (Grüntee und Weißtee) um etwa 1,50 Euro flächendeckend im österreichischen Handel an, also etwa bei Spar, Interspar, Spar Gourmet, Eurospar, Billa, Merkur und dm.

Die Gründer Miksits und Jiresch bleiben in den kommenden Jahren im Unternehmen, um weiter Ideen einzubringen. So soll noch dieses Jahr ein dritter, neuer Drink auf den Markt kommen. Spannend wird auch, wie all i need künftig vermarktet wird. Capri-Sun ist da durchaus kreativ: Ende der 1970er warb Box-Legende Muhammad Ali für die Beutel-Fruchtsäfte, 2010 setzte die European Space Agency (ESA) eine Weiterentwicklung des Trink-Packs als Getränkeverpackung für die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS ein.

Erfolg für Crowd-Investoren

Über den Exit von all i need an Capri-Sun freuen sich aktuell auch Crowd-Investoren, die bei zwei Kampagnen auf Conda Geld in das Projekt investierten. Bei einer Kampagne 2014 steckten 237 Crowd-Investoren mittels Substanzgenussrechten knapp 194.000 Euro in die Firma, 2015 bekam all i need dann via Nachrangdarlehen 500.000 Euro.

Durch den Einstieg von Capri-Sun kann Conda, die die Crowdinvesting-Kampagnen durchführte, können rund 943.000 Euro an die Crowd-Investoren zurückgezahlt werden. „Die Wertsteigerung für Investoren, die 2014 mittels Substanzgenussrecht investiert haben, beträgt 29,69 Prozent, jene für Investoren, die mittels Nachrangdarlehen investiert haben, 40,77 Prozent“, heißt es seitens Conda. „Hat ein Crowd-Investor in beiden Runden jeweils 1.000 Euro investiert, dann bekommt er für die erste Investition einen Rückzahlungsbetrag von 1.296,93 Euro und für die zweite Investition einen Rückzahlungsbetrag von 1.407,75 Euro (gesamt 2.704,68 Euro) überwiesen.“

„Es ist schön zu sehen, dass sich das Unternehmen auch durch die Hilfe der Crowd so gut entwickelt hat. Das zeigt auf, was mit Crowdinvesting im Idealfall möglich ist“, sagtKatharina Ehrenfellner, Geschäftsführerin von Conda. „Es liegt in der Natur der Sache, dass bei Risikoinvestments wie Crowdinvesting negative Verläufe wie das Scheitern einzelner Unternehmen meist früher auftreten als etwa Unternehmens(teil)verkäufe, die sich meist über einen längeren Zeitraum und nach erfolgter Aufbauarbeit anbahnen.“ 

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