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E-Commerce-Gigant Alibaba wird von Kartellwächtern untersucht

© Alibaba Group
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Was die USA und Europa können, kann Peking auch. Und so geht es jetzt auch in China den großen Internet-Konzernen an den Kragen. Nach der Einführung verschärfter Regulierungen für Online-Unternehmen knöpft sich die chinesische Regierung nun Alibaba vor – der nach Tencent (WeChat) zweitgrößte chinesische Internet-Konzern mit einer Marktkapitalisierung von etwa 700 Milliarden Dollar.

Chinesische Behörden haben eine Untersuchung wegen möglicher Verstöße der riesigen Alibaba Group gegen das Wettbewerbsrecht eingeleitet. Geprüft wird, ob es „monopolistisches Verhalten“ gibt, die unterbunden werden müssen. Dabei geht es offenbar auch um den Praktik, dass Händler, die über Alibaba verkaufen, gezwungen werden, nicht bei den Konkurrenten JD.com oder Pinduoduo zu handeln. Alibaba-Vertreter haben angekündigt, aktiv mit den Regulierungsbehörden zusammen arbeiten zu wollen – was sonst auch.

Börsenkurs bricht ein

Der Börsenkurs von Alibaba ist am Donnerstag um 8 Prozent eingebrochen, Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung wurden damit mit einem Schlag vernichtet.

Jack Ma und das provozierte Ant-Group-Debakel

Bei den Kartelluntersuchungen geht es aber nicht bloß um den E-Commerce-Bereich, sondern auch um Fintech. Wie mehrmals berichtet wollte die Ant Group, die aus dem Alibaba-Konzern hervorging und deren Kernprodukt Alipay ist, dieses Jahr den größten IPO der Welt hinlegen. Nur: Alibaba-Gründer Jack Ma klopfte im Vorfeld große Sprüche gegen die Innovations-hemmenden staatlichen Regulierungen – und Chinas Staatspräsident Xi Jinping soll dann höchstpersönlich angeordnet haben, den Börsengang in Hongkong und Shanghai abzublasen.

Auch Ant Group im Visier

Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sollen Vertreter der Ant Group, die zu etwa 30 Prozent von Alibaba-Gründer Jack Ma kontrolliert wird, von Behörden zu ihren berühmt-berüchtigten Gesprächen eingeladen worden sein. „Heute hat die Ant Group eine Mitteilung über ein Treffen mit den Aufsichtsbehörden erhalten. Wir werden alle regulatorischen Anforderungen ernsthaft prüfen und strikt einhalten und alle damit zusammenhängenden Aufgaben mit vollem Einsatz erfüllen“, heißt es seitens Ant Group.

Spätestens jetzt ist glasklar: Peking lässt die Muskeln spielen und macht klar, dass es im Land keine aufstrebende Macht geben darf, die die Regeln des autoritären Regimes in Frage stellt – auch wenn das Milliarden kostet.

Ant Group: Größter IPO aller Zeiten wird kurzfristig abgeblasen

Auch in Europa gibt es mittlerweile ein scharfes Vorgehen der Kartellwächter gegen monopolistische Tendenzen im Internet. Nachdem Google in den Vorjahren mit Milliardenstrafen belangt wurde, haben die Brüsseler Wettbewerbsbehörden dieses Jahr Untersuchungen gegen Apple und Amazon eingeleitet:

EU-Kommission leitet kartellrechtliche Untersuchungen gegen Apple ein

EU-Wettbewerbshüter nehmen jetzt auch Amazon ins Visier

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