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Algolia: Französischer Google-Rivale sammelt 53 Millionen Dollar ein

Im Pariser Algolia-Headquarter. © Algolia
Im Pariser Algolia-Headquarter. © Algolia

Kann es im Search-Geschäft Leben neben Google geben? Offenbar ja, wenn es auch nicht leicht ist: Das Pariser Startup Algolia hat es jetzt geschafft, in einer neuen Investmentrunde nicht nur 53 Millionen Dollar Risikokapital zu holen, sondern sich dabei auch gleich eine Reihe namhafter Investoren zu schnappen. Mit an Bord gekommen sind Accel Partners, SaaStr, Intercom-CSO Des Traynor, InVision-CEO Clark Valberg und AppDynamics-Vorstand Jyoti Bansal, die bestehenden Geldgeber Alven Capital, Point Nine Capital und Storm Ventures sind mitgezogen.

Die Chance, die sich Algolia-CEO Nicolas Dessaigne ausrechnet, ist aber nicht der Konsumentenmarkt, in dem Google dominiert, sondern im B2B-Geschäft. Denn seine Firma bietet Suchfunktionen als Software-as-a-Service (SaaS): Wer Search in seinen Web-Dienst einbauen will, kann das mit den Algolia-Produkten machen, die in der Pro-Version rund 900 Dollar pro Monat zu Buche schlagen. Kundschaft hat Dessaigne bereits gefunden: Web-Dienste wie Medium, Periscope, Product Hunt, Stripe oder die Amazon-Tochter Twitch haben die SaaS-Lösung bei sich integriert. Insgesamt arbeitet Algolia derzeit rund 25 Milliarden Suchanfragen auf 8.000 verschiedenen Webseiten bzw. in mobilen Apps ab, Kunden sollen es rund 2.800 sein.

Google räumt das Feld frei

Der Zeitpunkt des Investments ist spannend: Immerhin hat Google angekündigt, sein Produkt „Site Search“ mit 1. April 2018 einzustellen – also jene Lösung, die Google-Suchfunktionen in die Webseiten von Drittanbietern bringt. Mit dem frischen Risikokapital will Agolia (aktuell mit 115 Mitarbeitern) jetzt in neue Search-Technologien investieren und zusätzlich zu seinen Büros in Paris, San Francisco, New York, und eine Niederlassung in London eröffnen.

Dass Google aus dem Markt für Suchfunktionen für externe Webseiten aussteigt, ist aber noch kein Grant für den Erfolg. Andere Lösungen wie Elasticsearch, Searchify, oder Swiftype buhlen um den selben Markt, und auch in Österreich gibt es einen Anbieter: Die Linzer Firma Mindbreeze bietet anderen Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit an, die Google Search Appliance mit ihrer eigenen Technologie zu ersetzen.

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