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Alex Kirchmaier vom Startup Renjer: „Wollen den Push der Sendung nutzen“

Die Renjer-Jungs im Wald. © Renjer
Die Renjer-Jungs im Wald. © Renjer

Wie kommen ein Österreicher, ein Deutscher und ein Finne auf die Idee, in Schweden ein Startup namens Renjer zu gründen? Schuld ist wohl die Bäckerei des Vaters von Tim Schulz. Dieser hatte in Arjeplog im Norden von Schweden einige Zeit lang versucht, seine Brötchen zu verdienen. Denn rund um Arjeplog sind ziemlich oft die Ingenieure deutscher Autohersteller unterwegs, um ihre Erlkönige zu testen.

So kam Sohnemann Tim Schulz einerseits mit Rentierfleisch und andererseits mit Schweden in Kontakt. Als er dann an der schwedischen Universität Lund im Lehrgang „Entrepreneurship and Innovation“ die Idee von getrocknetem Rentierfleisch als Jerky vortrug, konnte er zwei andere Studierende davon begeistern: Anton Vänskä aus Finnland und Alexander Kirchmaier aus Österreich.

Ein Roadtrip durch Skandinavien

“Ich habe Rentierfleisch in Schweden kennengelernt und fand es köstlich”, sagt Kirchmaier heute. Mit Schulz und Vänskä hat er sich auf der Uni in Lund schnell dafür entschieden, Renjer zu gründen und getrocknetes Wildfleisch (Rentier, Elch, Hirsch) als Premium-Snack zu vertreiben. In der eigenen Küche probierten die drei ihre ersten Variationen, und bald konnten sie die ersten Produkte verkaufen. Und zwar auf eigenwillige Weise.

Da der Online-Vertrieb von Snacks (eine Packung kostet zwischen fünf und sechs Euro) nicht der Weisheit letzter Schluß ist, setzte das Renjer-Team schnell auf den Vertrieb über Stores. bei einem Roadtrip durch Skandinavien konnten die drei innerhalb von 20 Tagen 30 Partner-Shops überzeugen, ihr Wildfleisch ins Sortiment aufzunehmen. “Das war der Moment, in dem wir gesehen haben: Das geht”, sagt Kirchmaier.

Ralf Dümmel kommt an Bord

Ein paar Jahre später stehen die drei Gründer nun im Rampenlicht in Deutschland und Österreich. Bei der Startup-Show „Die Höhle der Löwen“ konnten sie sich mit Ralf Dümmel einen Investor an die Seite holen, der ihnen beim Eintritt in den deutschsprachigen Markt hilft. Der Deal aus der TV-Show (150.000 Euro für 15 Prozent) wurde im Nachgang dann etwas abgeändert. Dümmel hält nun zehn Prozent, ein zweiter Investor aus Norwegen, mit dem schon vor der Aufzeichnung der Show verhandelt wurde, hat ebenfalls zehn Prozent des Unternehmens bekommen, ein weiterer Business Angel ist mit vier Prozent beteiligt.

Die TV-Show wurde bereits Anfang des Jahres aufgezeichnet, seither arbeitet das Startup mit Dümmels Firma emsig am Marktstart in Deutschland. Mit einem neuen Produzenten wurden 400.000 Tüten mit dem Wildfleisch produziert, sie sind ab sofort bei Rewe, Edeka, Famila, Karstadt, Kaufland oder Shell-Tankstellen in Deutschland zu bekommen. “Wir haben uns darauf fokussiert, den Push der Sendung zu nutzen und zu schauen, wie die Nachfrage ist”, sagt Kirchmaier. Und im Nachsatz: “Ich werde alles dafür geben, dass es uns auch überall in Österreich gibt.” Voraussichtlich wird das Snack-Fleisch zuerst bei MediaMarkt und Saturn zu bekommen sein.

Einstieg in den deutschen Markt

Renjer-Wildfleisch ist bis dato vor allem in Norwegen und Finnland beliebt – doch wird es auch den Geschmack der Mitteleuropäer treffen? Kirchmaier: “Wildfleisch ist auch in Deutschland und Österreich sehr beliebt. Am Ende geht es darum, das genügend Leute es kosten. Dann werden sie es wieder kaufen.”

400.000 Packungen werden also in den nächsten Wochen und Monaten, wenn alles gut geht, in den Warenkörben deutscher Konsumenten landen. Gelingt der Marktstart, könnte sich der Umsatz von Renjer schlagartig vervielfachen. Zum Vergleich: 2018 hat das Startup rund 80.000 Päckchen abgesetzt. Bei „Die Höhle der Löwen“ mitzumachen, hat sich für Renjer ausgezahlt. warum sie mitgemacht haben? Kirchmaier: “Unsere Freunde und Familie haben immer wieder gesagt: Warum macht ihr nicht bei einer Startup-Show mit?”

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