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Airbnb will 2020 an die Börse. Davor muss es sich mit einigen Städten gut stellen.

Brian Chesky, Joe Gebbia und Nate Blecharczyk haben Airbnb 2008 gegründet. © Airbnb
Brian Chesky, Joe Gebbia und Nate Blecharczyk haben Airbnb 2008 gegründet. © Airbnb

„Airbnb, Inc. announced today that it expects to become a publicly-traded company during 2020.“ Punkt. Mehr ist derzeit nicht aus dem Unternehmen aus San Francisco herauszubekommen. Dass der Schritt kommen würde, ist aber seit längerem klar. Denn in den 11 Jahren ihres Bestehens hat die (geliebte und verhasste) Zimmervermittlungs-Plattform insgesamt 4,4 Milliarden Dollar an Investments bekommen. Und wie Investoren so sind, wollen sie irgendwann einmal ihr Geld zurück. Bewertet wurd eAirbnb zuletzt mit 31 Milliarden Dollar.

Und so wird Airbnb einer ganzen Reihen an ehemaligen Startups wie Pinterest, Slack, Lyft,  oder Uber folgen und einen IPO hinlegen. Und da heißt es vorsichtig sein: Die Börsengänge diesen Jahres aus dem Tech- bzw. New Economy-Sektor verliefen alles andere als glatt. Die Kurse von Uber oder Slack haben stark nachgelassen, und WeWork (pardon, The We Company) hat seinen geplanten IPO nach einigen Kontroversen (Trending Topics berichtete) nach hinten verschoben.

Millionen Zimmer, Milliarden Umsätze

Bei Airbnb sehen die Zahlen derzeit gut aus. Im zweiten Quartal 2019 hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz gemacht, und Vermieter sollen seit dem Launch 2008 insgesamt mehr als 80 Milliarden Dollar eingenommen haben. Von den Gebühren, die Vermieter von ihren Gästen bekommen, geht ein Teil an Airbnb. Aktuell gibt es rund 7 Millionen Inserate in mehr als 100.000 verschiedenen Städten.

Doch einige dieser Städte, darunter auch Wien, haben ihre Probleme mit Airbnb. Der Plattform wird unter anderem vorgeworfen, Städte wie Paris oder Barcelona mit Touristen zu fluten, die auf der Suche nach authentischen Erfahrungen sind, die Mietpreise für Einwohner in die Höhe zu treiben, das lokale Hotelgeschäft zu ruinieren und zu wenig Abgaben zu bezahlen. 2018 ist die Firma außerdem wegen intransparenter Preisangaben ins Visier der EU-Kommission geraten (Trending Topics berichtete).

Städte, die sich wehren

In Wien etwa liegt die Firma nach wie vor im Zwist mit der Stadtverwaltung über die ordnungsgemäße Abgabe der Ortstaxe. In London wurde für Vermieter ein Limit eingeführt – sie dürfen Wohnungen nur mehr maximal 90 Tage pro Jahr über Airbnb vermieten. Airbnb hat derweil begonnen, sein Geschäftsmodell zu diversifizieren.

Neben den Unterkünften findet man auf der Plattform mittlerweile auch Erlebnisreisen („Adventures“), Stadttouren oder Restaurants, die man buchen kann. Außerdem hat Airbnb 100 Millionen Dollar in die indische Hotelkette Oyo investiert und soll rund 400 Millionen Dollar für die Hotel-Buchungs-Seite HotelTonight ausgegeben haben. Es geht also nicht bloß um freie Gästezimmer in hippen Stadtvierteln. Es geht um globalen Tourismus und die Scheibe, die sich Airbnb davon abschneidet.

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