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Airbnb plant Börsengang trotz großer Verluste

Brian Chesky, CEO von Airbnb, auf der Bühne. © Airbnb
Brian Chesky, CEO von Airbnb, auf der Bühne. © Airbnb

Airbnb will trotz der aktuell schwierigen Situation an die Börse. Dazu hat das US-Unternehmen jetzt auch die Emissionsanmeldung bei der Börsenaufsicht SEC offengelegt. Damit einher geht auch die Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen – und die sehen alles andere als rosig aus.

Corona-Pandemie sorgt für rote Zahlen

Wenig verwunderlich ist Airbnb von der Coronavirus-Pandemie stark getroffen. Bei der Emissionsanmeldung erklärte das Unternehmen, dass das Geschäft wohl auch weiter betroffen sein werde – und listete die Pandemie unter dem Punkt „Risikofaktoren. Die Auswirkungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie hätten „Geschäft, Betriebsergebnis und Finanzlage erheblich beeinträchtigt“ und würden diese auch „weiterhin erheblich beeinträchtigen„.

Airbnb: Nettoverlust von rund 700 Millionen US-Dollar

In Zahlen sieht das dann folgendermaßen aus: In den ersten neun Monaten 2020, also im Zeitraum bis zum 30. September, verzeichnete Airbnb einen Nettoverlust von 696,9 Millionen US-Dollar bei Einnahmen von 2,52 Milliarden US-Dollar, verglichen mit einem Verlust von 322,8 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zudem hat Airbnb im Jahr 2020 Bruttobuchungen in Höhe von 17,9 Milliarden US-Dollar verkauft, was einem Rückgang von rund 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Im letzten Quartal verzeichnete Airbnb einen Umsatz von 1,34 Milliarden US-Dollar, ein Rückgang von etwa 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Allerdings verzeichne man im Q3 einen Gewinn in Höhe von 219 Millionen US-Dollar. Das wohl vor allem, weil im Sommer eine leichte Erholung von der Pandemie stattfand und Menschen rund um den Globus zumindest wieder mehr reisten. „Anfang 2020, als COVID-19 den weltweiten Reiseverkehr unterbrach, ging das Geschäft von Airbnb deutlich zurück“, heißt es von Airbnb. „Aber innerhalb von zwei Monaten begann sich unser Geschäftsmodell selbst bei eingeschränktem internationalem Reiseverkehr zu erholen, was seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellte. Die Menschen wollten aus ihren Häusern herauskommen“.

Börsengang noch 2020

Der Börsengang ist trotz der Probleme fix eingeplant. 2017 war Airbnb noch mit rund 37 Milliarden US-Dollar bewertet, mittlerweile „nur“ mehr mit rund 18 Milliarden US-Dollar. Mitte des Jahres musste das Unternehmen zudem etwa ein Viertel der Belegschaft entlassen, rund 1.900 Mitarbeiter. Auch die Gehälter der Führungskräfte wurden damals gekürzt. Unklar ist auch nach Vorlage des Antrags, für wann der Börsengang genau geplant ist – fix ist nur, dass es noch dieses Jahr soweit sein soll.

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