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air up: Duftwasser-Startup holt weitere 40 Mio. Euro – Pepsi legt nach

Die Gründer von air up. © air up
Die Gründer von air up. © air up

Geschmack, der im Gehirn entsteht: Das ist das Grundkonzept des Wasserflaschen-Startups air up aus München. Die Kunden der deutschen Jungfirma können Wasser trinken, und dank retronasalem Riechen (Gerüche werden Mund wahrgenommen, gelangen über den Rachenraum zum Riechzentrum in der Nase und werden damit vom Gehirn als Geschmack wahrgenommen) entfaltet sich trotzdem ein Geschmackserlebnis.

Für Menschen, die keine Plastikflaschen und kein Zuckerwasser mehr konsumieren wollen, ist air up deswegen ein echtes Ding geworden. Für Investoren auch. Die erst 2019 gegründete Firma von Lena Jüngst, Tim Jäger, Fabian Schlang, Jannis Koppitz und Simon Nüesch sammelt jetzt rund 40 Millionen Euro (ca. 50 Mio. Dollar) ein. Die Finanzierungsrunde wird von Five Seasons Ventures angeführt, ein Investor, der auf Food Tech spezialisiert ist und unter anderem auch bei The Nu Company, Memphis Meats, Beyond Meat oder Impossible investiert hat.

Auch die bestehenden Investoren ziehen mit, allen voran natürlich Getränkeriese PepsiCo, aber auch Ippen.Media und Oyster Bay sind mit dabei. Vor allem die Markteintritte in Österreich und der Schweiz sollen gut funktioniert haben, deswegen haben die Investoren nun weitere Millionen für Wachstum zur Verfügung gestellt. Verkaufsargument sind Nachhaltigkeit und Gesundheit. 85 Millionen Einweg-Plastikflaschen und mehr als 2.465 Tonnen Zucker sollen sich air up-Käufer bis dato gespart haben.

Wasser mit Duftaromen: Münchner Startup air up erhält weitere Millionen

Pepsi legt noch mal nach

Bereits im Januar 2021 kommunizierte das Müncher Scale-up, das bereits die Investoren Frank Thelen (Freigeist) und Ralf Dümmel (DS Produkte) an Bord hatte, dass Five Seasons Ventures, Ippen.Media und PepsiCo rund 20 Millionen Euro investierten. Nun wird die Schlagkraft. air up beschäftigt mittlerweile rund 170 Mitarbeiter aus 31 Nationen und zählt mehr als eine Million Kunden.

Mit dem frischen Wachstumskapital wollen die Münchner ihre Expansionspläne in Europa und den USA vorantreiben. Darüber hinaus plant das Team eine Erweiterung des bestehenden Produktportfolios sowie den Aufbau weiterer Produktionsstätten. Derzeit wird noch in China produziert, künftig soll das in den Niederlanden passieren. Für die USA wird ebenfalls ein eigener Hersteller gesucht. Auch gilt es, das Produkt selbst digitaler zu machen. Im Kern geht es darum, den Online-Shop als erste Anlaufstelle für die Produkte besser zu machen.

© air up
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Kapsel-Modell sorgt für große Umsätze

Das Geschäftsmodell von air up ist stark auf Recurring Revenue ausgelegt und erinnert an Nespresso. Die Flasche selbst sind in verschiedenen Farben ab etwa 35 Euro zu haben. Doch die Pods, die die Düfte enthalten, kosten im Dreier-Pack jeweils zusätzliche sechs bis neun Euro, wobei je Pod etwa fünf Liter Wasser mit „Geschmack“ versehen werden können. Dieses Jahr könnte air up Umsätze von 100 Millionen Euro machen. Für Pepsi, mittlerweile wie viele andere Corporates auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen, ist air up wohl das wichtigste Investment neben der Tochter SodaStream.

air up ist neben dem Wiener Scale-up Waterdrop eines von mehreren Startups, das die Disruption der Getränkeindustrie zu Ziel hat. Der Markt ist hunderte Milliarden Euro schwer, dementsprechend interessant ist es, mit einer neuen, starken Marke Marktanteile zu ergattern. air up wie auch Waterdrop setzen auf D2C via eigenem Online-Shop, sind aber mittlerweile auch in Supermärkten als zweiten wichtigen Distributionskanal vertreten.

Wer Österreichs nächstes Unicorn sucht, muss sich Waterdrop reinziehen

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