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Flohmarkt-App Shpock soll wieder verkauft werden – Wettbewerbsbehörde prüft

In vielen Händen: Die App von Shpock. © Shpock
In vielen Händen: Die App von Shpock. © Shpock

Die Geschichte des ehemaligen österreichischen Vorzeige-Startups hört bei dem Börsengang des Mutterkonzerns Adevinta im März 2019 nicht auf. Denn wie heute bekannt wurde, plant Adevinta nun, Shpock wieder zu verkaufen. Damit will man den Wettbewerbsbehörden entgegen kommen, damit diese dem der Übernahme der eBay Classifieds Group durch Adevinta zustimmt.

Wir erinnern uns: Das mobile Kleinanzeigen-Portal Shpock (oder wenn man so will ein digitaler Flohmarkt) wurde vor mehreren Jahren vom norwegischen Medienkonzern Schibsted um etwa 190 Millionen Euro übernommen und dann nach und nach in dessen weltweites Portfolio von Kleinanzeigen-Portalen (2019 waren es mehr als 35 Marken) integriert. Daraus wurde dann schließlich Adevinta, dass diese Portale unter einem Dach an die Börse brachte.

Wettbewerbsbehörde: „Nicht unproblematisch“

Adevinta will sich nun durch die Übernahme von eBay Classifieds vor allem in Deutschland stärken und dafür satte neun Milliarden Dollar ausgeben. Adevinta aus Norwegen soll von eBay jeweils 100 Prozent der Anteile an den der eBay Classifieds Holding B.V., eBay Mobile Labs, eBay Services Méxicound der Mobile.de GmbH erhalten, eBay soll im Gegenzug eine nicht-kontrollierende Minderheitsbeteiligung von mehr als 25 Prozent an Adevinta erwerben.

Doch Wettbewerbsbehörden befürchteten, dass so ein zu großer Online-Riese im Bereich der Kleinanzeigen geschaffen werden würde. Die Bedenken der britischen Wettbewerbsaufsicht CMA wollen eBay und Adevinta nun zerstreuen, indem Adevinta den Verkauf von drei Portalen angekündigt hat: Gumtree, Motors.co.uk und eben Shpock. Dieser Verkauf würde neben Großbritannien auch die Geschäfte von Shpock in Deutschland und Österreich betreffen.

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eBay und Adevinta wollen die Transaktion des Kleinanzeigengeschäfts nun im zweiten Quartal 2021 über die Bühne bringen. Abhängig sind sie von der endgültigen Ratifizierung der Maßnahmen durch die CMA und des Erhalts der ausstehenden behördlichen Genehmigung durch die österreichische Wettbewerbsbehörde. „Wir prüfen vertieft die Auswirkungen, unproblematisch sehen wir den Zusammenschluss nicht“, so Sarah Fürlinger, Sprecherin der österreichischen Wettbewerbsbehörde, gegenüber Trending Topics. Derzeit ausständig sei noch eine offizielle erneute Anmeldung zu dem Deal zwischen Adevinta und eBay.

Der Faktor willhaben.at

Ein Faktor bei der Beurteilung dieses Deals wird nicht nur Shpock, sondern auch das riesige Kleinanzeigen-Portal willhaben.at spielen. Denn dieses ist über die Marketplaces Austria Holding AS eine 50-Prozent-Tochter der Adevinta. Auch deswegen muss für den österreichischen Markt geprüft werden, wie sich eine Konstellation, bei der Shpock, willhaben und eBay Classifieds (teilweise) unter dem selben Dach sind, auf den Markt auswirken würde.

In Großbritannien argumentiert Adevinta damit, dass der Markt für das Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle spiele. Das UK-Geschäft der eBay Classifieds Group mache weniger als 10 Prozent der konsolidierten Umsatzerlöse aus, und das UK-Geschäft von Adevinta machte nur 1 Prozent der konsolidierten Umsatzerlöse aus. Auf einer kombinierten Basis würde Großbritannien weniger als 5 Prozent der gesamten konsolidierten Umsatzerlöse darstellen.

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