Linzer Start-up

Abstimmungs-Dienst Pinpoll: „Menschen lieben es, im Internet ihre Meinung kundzutun“

Pinpoll-Gründer Tobias Oberascher und sein Mitarbeiter Sebastian Zapletal. © Pinpoll
Pinpoll-Gründer Tobias Oberascher und sein Mitarbeiter Sebastian Zapletal. © Pinpoll

Like-Buttons, Kommentarsysteme, Quizzes, Online-Umfragen – das Internet und speziell Online-Medien sind voller Funktionen, über die User ihre Meinung kundtun können. Geht es nach dem Linzer Start-up Pinpoll, soll jetzt eine neue Möglichkeit zur Erhebung von Nutzermeinungen dazu kommen. Gegründet von Tobias Oberascher (er gründete bereits 2009 mit „Deli & Co. Snackpack“ ein Online-Aboservice für Bio-Snacks, verkaufte dann aber seine Anteile), bietet Pinpoll Webseiten-Betreibern ein Abstimmungstool, das ähnlich wie ein YouTube-Video in eine Seite (z.B. Blog, Medium, Online-Shop) eingebettet werden kann. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

„Menschen lieben es, im Internet ihre Meinung kundzutun, solange sie das behandelte Thema interessiert und dabei gleichzeitig erfahren, was andere darüber denken“, sagt Oberascher. „Täglich werden alleine auf Facebook rund drei Milliarden Likes und Kommentare generiert.“ Deswegen lautet seine ziemlich große Vision auch: „Neben jeden Facebook Like-Button soll es eine Pinpoll-Abstimmung geben.“ Unterstützung für die Idee hat er bis dato nicht nur von akostart OÖ, tech2b und der FFG bekommen. Auch ein Seed-Investment von der Silvertree Internet Holding aus Südafrika (dort ist Ex-McKinsey-Berater Peter Allerstorfer tätig, der auch bei Rocket Internet war) kann Pinpoll vorweisen, und die österreichischen Nachrichtenportale salzburg24.at und nachrichten.at sowie karriere.at setzen Pinpoll ebenfalls ein.

Mehr Nutzerinteraktionen als Versprechen

„Durch eine höhere Interaktion des Besuchers mit der besuchten Website profitiert auch der Website-Betreiber, und zwar in Form von besseren Kennzahlen, die etwa für Werbeeinschaltungen ausschlaggebend sind“, verspricht Oberascher. „Natürlich ist auch das generierte Ergebnis selbst ein wertvolles Asset, etwa zur Meinungsforschung im Segment der Online-affinen Konsumenten.“

Prinzipiell ist Pinpoll kostenlos nutzbar, Geld verdienen will das Start-up mit kostenpflichtigen Paketen, die einen erweiterten Funktionsumfang zur detaillierten Auswertung der erhobenen Abstimmungsdaten bieten. Die Zielgruppe dafür: große Publisher mit hohen Reichweiten.

Zum Abstimmungsprozedere selbst: Nutzer brauchen keinen Account, sondern können im Web oder Mobile mit einem Klick bzw. einem Touch an einer Abstimmung teilnehmen und bekommen dann sofort das vorläufige Ergebnis angezeigt. Außerdem kann man die Abstimmung mit einem Klick auf die Weltkugel rechts umdrehen und nachschauen, in welchen Ländern welches Ergebnis dominiert. Damit ein User nicht mehrmals auf dem gleichen Gerät abstimmt, wird ein Cookie gesetzt.

Disqus und Outbrain als mächtige Rivalen

Einzigartig ist die Idee von Online-Befragungen von Nutzern natürlich nicht. „Wir betrachten SurveyMonkey, PollDaddy etc. nicht als direkte Mitbewerber. Diese Anbieter haben sich auf Umfragen spezialisiert, während wir uns mit kurzen Abstimmungen klar davon abgrenzen möchten“, sagt Oberascher. „Vielmehr beobachten wir im Publisher-Bereich gängige Tools wie Disqus, Outbrain oder Plista.“

Eine Funktion des Abstimmungs-Tools geht bereits in deren Richtung: Nach der Stimmabgabe des Users bekommt er weitere Artikel vorgeschlagen, die ebenfalls Pinpolls beinhalten. Oberascher: „Eine neue und sehr wichtige Funktion von Pinpoll ist die Empfehlung von Artikeln, die ähnliche Abstimmungen enthalten und zwar zu Themen, die den Besucher auch wirklich interessieren. Praktischer Nebeneffekt: Es werden weitere Seitenaufrufe für den Publisher generiert.“

Offenlegung: TrendingTopics.at hat und wird in ausgewählten Artikeln Pinpoll-Umfragen einbauen. Weder Pinpoll noch TrendingTopics.at haben für diese Kooperation bezahlt.

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