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7Hauben: Linzer Startup mit Online-Kochkursen als Netflix für Hobbyköche

Das 7Hauben-Team mit Haya Molcho. © 7Hauben
Das 7Hauben-Team mit Haya Molcho. © 7Hauben

Es sind etwa 6.000 Startups in Österreich, die derzeit weitgehend ohne Hilfe dastehen (mehr dazu hier). Da ist es gerade jetzt umso schöner, auch von Jungfirmen erzählen zu können, denen es derzeit besser geht als jemals zuvor. Zu den wenigen positiven Fällen zählt das Linzer Startup 7Hauben von Gründer Johannes Sailer. Das simple wie nunmehr erfolgreiche Konzept: Das Startup bietet Online-Kochkurse im Netz an, für die Nutzer je nach Länge zwischen 30 oder 50 Euro bezahlen.

“Unser Konzept ist, mit den besten Köchen im deutschsprachigen Raum wirklich hoch qualitative Videos machen”, sagt Sailer im Gespräch mit Trending Topics. Auf der Webseite finden sich mittlerweile Kochkurse mit Haya Molcho („Neni“), Lutz Geißler („Plötzblog„), Eveline Wild (Konditorweltmeisterin) oder Georg Essig. Mir diesen Küchenprofis hat das 7Hauben-Team viele Stunden Filmmaterial gedreht und kann nun die Kochkünste der Profis gegen Gebühr online herzeigen.

„Wir sind Edutainment“

Zur Auswahl stehen derzeit etwa ein Backkurs, ein Kochkurs für vegane Speisen, ein Kurs fürs Brotbacken oder aufwendig gestaltete Anleitungen für Fisch, Rind oder Pasta. Die oft mehrere Stunden langen Kurse sind in einzelne Lektionen unterteilt, und zusätzlich zu den Videos gibt es auch Kochhefte mit allen Infos und den präsentierten Rezepten zum Download. Übrigens: wer nicht zufrieden ist, kann innerhalb von 14 Tagen sein Geld zurück bekommen.

“Wir sehen uns als Edutainment-Plattform. Wir wollen Wissen vermitteln und nicht einfach nur zum Nachkochen animieren”, sagt Sailer. Die Unterscheidung zu den Myriaden an Kurzvideos, die man etwa gratis auf Social Media (z.B. von Buzzfeeds Tasty oder Köchen wie Jamie Oliver) bekommt, ist Sailer wichtig. „bBei anderen gibt es Schritt-für-Schritt-Anleitungen, aber bei uns lernt man wirklich Techniken – wie etwa filetiert man einen Fisch oder welche verschiedenen Zubereitungsarten gibt es für Rindfleisch”, sagt der 7Hauben-Gründer.

Die Kochkurs-Plattform des fünfköpfigen Linzer Teams ist seit August 2019 verfügbar – seither wurden etwa 3.000 Kurse verkauft. Vor allem in den letzten Wochen, seitdem die Ausgangsbeschränkungen in Österreich gelten, gehen die Zugriffe steil nach oben. “Für uns funktioniert es gerade echt sehr gut”, sagt Sailer. Jetzt hätten die Menschen schließlich auch die Zeit, um sich die Videos anzusehen.

Weg von Viralvideos hin zu Premium-Content

Begonnen hat für Sailer die Startup-Idee folgendermaßen. “Ich habe mit einem Koch in einer WG zusammen gewohnt, und ich habe immer schon gerne gekocht”, sagt er. Als dann vor allem via Facebook in den USA Kochvideos viral gingen, hätte er an diesen Erfolg anschließen wollen. Geplant war eigentlich, kostenlose Clips anzubieten, die über Product Placement finanziert werden. Doch bald drehte Facebook an den Reglern, und die Reichweiten für Viralvideos sanken schnell wieder.

So sattelte Sailer auf ein kostenpflichtiges Modell um. Uns hat das Geschäftsmodell von Masterclass gut gefallen, und deswegen haben wir den Pivot weg von Kurzvideos auf Social Media gemacht”, sagt er heute. Bei Masterclass handelt es sich um ein Startup von David Rogier und Aaron Rasmussen, das unterschiedlichste Online-Videokurse gegen Gebühr anbietet – etwa Singen mit Christina Aguilera, Kochen mit Gordon Ramsey oder Schauspiel mit Natalie Portman. 

Auf bekannte Namen setzt auch 7Hauben. “Wir wollen wirklich die besten Köche auf die Plattform holen“, sagt Sailer. Die Einnahmen aus den Videos teilt sich 7Hauben dabei mit den Köchen. Wenn das Geschäft weiter so gut läuft wie derzeit, dann soll bald die nächste Ausbaustufe kommen: ein Abomodell. Für 100 Euro im Jahr soll man dann Zugriff auf alle Videos der Plattform bekommen.

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