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6 Millionen Euro für das Wiener RegTech kompany

Russell E. Perry (Gründer & CEO), Andrew Bunce (Chief Product Officer), Johanna Konrad (Chief Operating Officer) und Peter Bainbridge-Clayton (Gründer & CTO) von kompany. © kompany
Russell E. Perry (Gründer & CEO), Andrew Bunce (Chief Product Officer), Johanna Konrad (Chief Operating Officer) und Peter Bainbridge-Clayton (Gründer & CTO) von kompany. © kompany

Es wäre kein echtes Startup-Jahr, wenn es 2020 nicht auch eine Investmentrunde für kompany gäbe. Gibt es aber. Das Wiener RegTech hat sich nach den Finanzierungsrunden in den Jahren 2017, 2018 und 2019 nun auch 2020 seine frischen Millionen abgeholt. Inklusive der neuen sechs Millionen Euro ist die Summe an Risikokapital, die in das 2012 gegründete Unternehmen geflossen ist, auf mittlerweile 14 Millionen Euro gestiegen. 2018 wurde die einstige GmbH in eine AG umgewandelt.

Die Investitionsrunde wird vom Schweizer VC Fairway Global Investment angeführt, Co-Investor ist Global Brain aus Japan (u.a. auch bei Bitwala, Lime und Venture Beat investiert). Der Presseaussendung zufolge haben bestehende Gesellschafter, darunter der European Super Angels Club (ESAC) sowie das kompany-Management ihre Anteile während dieser Finanzierungsrunde ebenfalls aufgestockt. 2019 kamen auch Uniqa und Raiffeisen Bank International (RBI) über Elevator Ventures an Bord.

Wichtig für Payment-Sektor

kompany will international an vorderster Front bei so genanntem „Regulatory Tech“, kurz RegTech, mitspielen. Online bietet die Firma Zugriff auf Unternehmensdaten von mehr als 110 Millionen Firmen in über 200 Ländern bzw. Jurisdiktionen an, und zwar nicht nur über die eigene Webseite, sondern auch via API. Die Daten stammen dabei aus amtlichen Quellen und werden mit Zeitstempel versehen, um die Datenintegrität garantieren zu können. Kunden sollen mit diesen Daten KYC- und Due-Diligence-Prozesse automatisieren können.

„Die Business KYC-Dienstleistungen von kompany ermöglichen wesentlich effizientere Compliance-Prozesse und sind insbesondere für unsere Portfoliounternehmen im Payment-Sektor sowie unsere Corporate Partner von besonderer Bedeutung. Wir freuen uns darauf diese Unternehmen durch die Partnerschaft mit kompany unterstützen zu können“, sagt Naoki Kamimaeda, Partner bei Global Brain. Treiber des Geschäfts sollen vor allem Anti-Geldwäsche-Vorschriften in Europa (AMLD 4&5) und den USA sein.

AML-Konformität in Sekunden

„Unsere Vision ist es, eine grenzüberschreitende Zahlung mit vollständiger AML- und KYB-Konformität unter 5 Sekunden zu ermöglichen. Falls Sie sich jemals gefragt haben, warum eine internationale Banküberweisung Stunden oder häufiger sogar Tage benötigt, dann liegt es an den hohen regulatorischen Anforderungen, die die Finanzdienstleister erfüllen müssen. Unsere Plattform hat das Potential, dieses veraltete System zu revolutionieren“, so CEO Russell Perry, der kompany 2012 nach seiner Zeit bei der Personensuchmaschine 123people mitgründete.

Mit dem frischen Kapital stehen die Zeichen auf Wachstum. Zwei neue Produkte sollen dafür sorgen, dass mehr Kunden kommen. Einserseits ist das Shareholder-Analysetool „UBO discovery„, andererseits die Audit-Trail-Lösung „KYC onchain“ – diese soll, wie der Name schon verrät, KYC-Prozesse auf die Blockchain bringen.

Eine immer zentralere Rolle bei kompany nimmt BREX ein. Dabei handelt es sich um eine API, über die gegen Gebühr Firmenregister abgerufen werden können, und zwar zu mehr als 100 Millionen Unternehmen in über 100 Jurisdiktionen. BREX (kurz für Business Register Exchange) wird über eine eigene Firma angeboten, die zu 95 Prozent der 360kompany AG und zu 5 Prozent nextlayer.at, einem österreichischen IT-Dienstleister im Banken- und Versicherungssektor. Das BREX einen der wichtigsten Validator-Nodes im RippleNet betreibt, davon ist heute keine Rede mehr (Trending Topics berichtete).

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