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Härtefall-Fonds

6.000 Firmen ohne Hilfe: Ruf nach Paket für Startups wird lauter

WKO-Präsident Harald Mahrer. © Austrian Startups
WKO-Präsident Harald Mahrer. © Austrian Startups

Seit Freitagnachmittag vergibt die Wirtschaftskammer das Geld des Härtefall-Fonds, der von der Regierung für Kleinstunternehmen aufgesetzt wurde. Bis zu 6.000 Euro können Firmen beantragen, denen Umsätze einbrechen und die sich Löhne und Mieten nicht mehr leisten können. Vorausgesetzt sie erfüllen eine lange Liste an Anforderungen.

Die wurden zwar gleich am Folgetag nach Kritik gelockert, aber dennoch: Etwa 6.000 kleine Unternehmen dürften die Kriterien nicht erfüllen, schätzt Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer. Sie hätten derzeit keinen oder nur wenig Anspruch auf Soforthilfe aus dem Härtefonds. Laut Mahrer ist eine Gruppe besonders betroffen: Gründer und Startups.

Mahrer will für Lösung für Startups sorgen

Der Ruf nach einem eigenen Hilfspaket für diese Jungunternehmen wird immer lauter und auch der ehemalige Wirtschaftsminister und Gründerland-Prediger stimmt mit ein: „Gründer und Startups liegen mir besonders am Herzen“, sagte Mahrer am Samstag zur Presseagentur APA. Er werde dafür sorgen, dass es auch für sie eine Lösung gebe.

Dass die bisherigen Hilfspakete bis auf die Kurzarbeit für Startups nur bedingt geeignet seien, betonte bereits Business Angel Johann „Hansi“ Hansmann in einem Gespräch mit Trending Topics: „Startups brauchen jetzt Geld, Überbrückungskredite, und da gibt es noch nichts, weil Startups natürlich nicht die Kriterien erfüllen, die dafür notwendig sind. Startups haben meistens, außer sie haben gerade eine Finanzierungsrunde hinter sich, negatives Eigenkapital und schon gar nicht die 8 Prozent, die da im Raum gestanden sind.“

Frankreich: 4 Milliarden Euro für Startups

Vorbilder für Startup-Pakete gibt es bereits etwa in Frankreich. Dort wird ein Hilfs-Fonds im Umfang von vier Milliarden Euro geschnürt. „Ich kündige heute einen 4-Milliarden-Euro-Plan an, um den Cash-Flow unserer Startups in dieser Krisenzeit zu unterstützen“, so der französische Digitalminister Cédric O. Französische Technologie sei „eine Säule unserer Wirtschaft und unserer Arbeitsplätze“. Gemeinsam mit Finanzminister Bruno Le Maire soll nun ein an die Bedürfnisse von Startups angepasste Unterstützung ausgearbeitet werden. Auch in Deutschland liegen Vorschläge zu einer Startup-Hilfe am Tisch.

Banken sollen Kurzarbeits-Kredite vergeben

Immerhin hat Vizekanzler Werner Kogler (Die Grünen) am Samstagvormittag angekündigt, die Kriterien für den Härtefall-Fonds zu lockern und auch eine oft kritisierte Lücke bei der Kurzarbeit soll geschlossen werden. Trotz Kurzarbeit müssen die Gehälter nämlich von den Unternehmen vorfinanziert werden, was zahlreiche Kleinstunternehmen derzeit nicht können. Hier sollen die Banken in die Bresche springen.

Kogler versicherte, dass alle Kreditgeber Überbrückungskredite ermöglichen werden, wenn es einen positiven Kurzarbeits-Bescheid gebe. „Diese Maßnahme ist besonders wichtig, denn so können wir gewährleisten, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer weiterhin ihre Kosten decken können und niemand in Österreich um sein Gehalt fürchten muss“, so Mahrer. Die Mittel für die Kurzarbeit werden zudem von 400 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro aufgestockt.

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