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Was kann 5G? 8 Antworten zum kommenden blitzschnellen Mobilfunk

Drohnen sollen via 5G gesteuert werden. © Pexels
Drohnen sollen via 5G gesteuert werden. © Pexels

Der neue Mobilfunkstandard 5G steht vor der Tür. Oder zumindest wissen wir nun, wann er LTE/4G in Österreich ablösen soll. Das und weitere Details zum 5G-Ausbau klärte Infrastrukturminister Norbert Hofer nämlich in einer Pressekonferenz diese Woche. Die Ziele sind ganz klar definiert: „Wir wollen zu den Top3 der Digitalisierungs-Länder in der EU und in weiterer Folge zu den Top10 der Digitalisierungs-Länder weltweit werden“, so Hofer (FPÖ). Aber wozu brauchen wir 5G denn eigentlich und wann genau soll es wirklich kommen? Diese und ein paar weitere Fragen haben wir in einem Q&A gesammelt.

1. Welche Vorteile bringt 5G?

Wie immer geht es um Geschwindigkeit. 5G soll eine Datenübertragung bis zu 10 Gbit/s, also 10.000 Mbit/s, möglich machen. LTE/4G schaffte im Vergleich maximal 300 Mbit/s, insofern es die Verbindung zugelassen hätte. Geschwindigkeit allein ist jedoch nicht alles. Auch die Reaktionszeit (Latenz) soll auf ca. ein Sechstel gekürzt werden. Bisher brauchen Daten zwischen Nutzer und Server 20 Millisekunden, mit 5G nur mehr ca. drei Millisekunden. Eine Entwicklung, die vor allem auch für das Internet of Things sehr wichtig ist – also für die Kommunikation zwischen Maschinen wie selbstfahrende Autos, Smart Homes oder die Steuerung von Drohnen. Dort können nämlich die kleinsten Verzögerungen schon fatal sein.

Konsumenten werden 5G vor allem dann merken, wenn besonders Daten-intensive Anwendungen genutzt werden – etwa hochauflösende Virtual Reality oder bei Augmented Reality, wo Daten aus dem Internet in Echtzeit über die reale Umgebung gelegt werden. 5G könnte auch zum Tragen kommen,  wenn man eine schnelle und stabile Internetverbindung etwa in Hochgeschwindigkeitszügen verwenden will.

2. Wann soll 5G in Österreich kommen?

Eine Frage, dessen Antwort sich laufend ändert. In der am Montag von Infrastrukturminister Norbert Hofer vorgestellten 5G-Strategie heißt es, dass 5G bis 2025 flächendeckend in Österreich verfügbar sein soll. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. 2020 sollen jedoch schon alle Landeshauptstädte an das 5G-Netzwerk angeschlossen werden. Parallel dazu wird das Breitband-Netzwerk (bis zu 100mbit/s) weiter ausgebaut und soll ebenfalls 2020 fast flächendeckend in Österreich verfügbar sein.

3. Welche Frequenzen wird 5G nutzen und wann werden sie vergeben?

Ein wichtiger Schritt zu 5G soll diesen Herbst passieren: die Frequenzauktion. Dort können Telekombetreiber die nötigen Bänder (im Spektrum zwischen 3,4 und 3,8 Gigahertz) erwerben. Mit diesem Frequenzspektrum soll es möglich sein, vor allem in urbanen Gegenden höhere Bandbreiten anbieten zu können. Ein weiterer Schritt zum „Internet für Alle“.

4. Was kostet der 5G Ausbau und wer bezahlt dafür?

Die Kosten des Ausbaus sollen sich auf rund 10 Milliarden Euro belaufen. Eine konkrete Zahl kann man jedoch noch nicht nennen. Ein Teil dafür soll aus der Breitbandmilliarde geschöpft werden. Einen anderen Teil soll die Frequenzauktion im Herbst abwerfen. Mit 450 Millionen werden gerechnet. Denn zahlen sollen vor allem die Telekombetreiber. In der 5G-Strategie wird von einer „Sicherstellung der erforderlichen Finanzmittel für einen 5G-Ausbau durch die Telekombetreiber“ gesprochen. Dafür soll den Telekombetreibern aber entgegen gekommen werden. Zum Beispiel mit niedrigeren Gebühren für die Frequenz-Nnutzung, einfacheren Ausbauvorhaben oder günstigeren Mieten für Standorte von beispielsweise Antennenmasten.

Zwar werden für eine flächendeckende Versorgung mit 5G viele neue Funkzellen benötigt, das soll aber nicht zu einem einem „Antennenwald“ führen. Doch die sind so klein, dass sie etwa an Hauswänden oder Laternenmasten angebracht werden können. Neue Masten zusätzlich zu den bestehenden sollen Experten zufolge kaum dazukommen.

5. Gibt es bereits Smartphones, die mit 5G umgehen können?

Nein. Denn für 5G brauchen Smartphones einen speziellen Chipsatz. Die Firma Qualcomm kündigte für Ende des Jahres den Chip Snapdragon 855 an, der mit seinem integrierten Modem Snapdragon X50 eine 5G-Konnektivität erstmals möglich machen soll. Aufs erste 5G-Smartphone muss man aber noch warten. Das chinesische Unternehmen Huawei kündigte es für die zweite Jahreshälfte 2019 an. Ob es wirklich das weltweit erste 5G-Smartphone sein wird, bleibt noch offen. Denn immerhin wollen mehr als 15 Smartphone-Hersteller Smartphones mit dem Snapdragon X50 auf den Markt bringen, unter anderem Fujitsu, ZTE und LG. Apple arbeitet Marktgerüchten zufolge bereits an einem eigenen 5G-Modem. Mehr ist darüber aber noch nicht bekannt. Ein Schritt in Richtung 5G hat Huawei jedoch schon dieses Jahr gemacht: Mit dem Huawei 10 Mate Pro präsentiert das Unternehmen das erste Smartphone, das theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 1,2 Gbit/s schaffen soll.

6. Was ist Narrowband-IoT?

Narrowband-IoT ist eine Funktechnologie, die vor allem auf die Vernetzung von Geräten abzielt. Sie wurde speziell für das Internet of Things (IoT) entwickelt. Narrowband steht für Schmalband, also das Gegenteil von Breitband, und hat also nur eine niedrige Bandbreite. Wozu das gut ist? Es gibt viele Anwendungen, die keine hohe Datenübertragung brauchen, die nur ab und zu kleine Datenpakete senden oder empfangen müssen. Frachtunternehmen können beispielsweise damit ihre Waren verfolgen, Straßenlaternen könnten nach Bedarf aus- und eingeschaltet werden oder Verfügbarkeiten auf Parkplätzen geprüft werden.

Der große Vorteil dabei ist, dass das NB-IoT weniger Energie braucht, die Kosten niedriger sind, es aber obendrein eine sehr hohe Gebäudedurchdringung hat. Zusätzlich nutzt das NB-IoT bestehende Leitungen. In Österreich hat T-Mobile als erster Betreiber Narrowband-IoT kommerziell auf den Markt gebracht. Bis Ende des Jahres soll es in ganz Österreich verfügbar sein. In St. Pölten ist es schon flächendeckend verfügbar. Narrowband-IoT und 5G stehen sich nicht im Weg. Ganz im Gegenteil: NB-IoT wird als Standard, vor allem für Internet of Things Anwendungen, unter 5G unterstützt.

7. Was ist Fixed Wireless Access?

Fixed Wireless Access ist die Alternative für etwas, das wir (fast) alle zu Hause haben: einen kabelgebundenen Internetanschluss. Kurz gesagt: Ein Fixed Wireless Access ist ein Drahtlos-Anschluss für Haushalte. Anstelle eines Kabels wird die Internetverbindung per Funk hergestellt. Im Punkt Geschwindigkeit ist FWA jedoch eine zweiseitige Geschichte: Einerseits könnte man in Gebieten, in denen das Glasfasernetz noch nicht ausgebaut ist, schnelleres Internet anbieten. Aber generell kommt die Geschwindigkeit und Latenz von Fixed Wireless bislang nicht an kabelgebundene Anschlüsse heran. Das kann sich mit 5G jedoch ändern.

8. Was ist Edge Computing?

Edge Computing könnte im 5G getriebenen Internet of Things eine zentrale Rolle spielen. Anstatt Daten zur Verarbeitung quer über den Planeten zu zentralen Datenlagern oder Clouds zu schicken, sollen sie künftig näher an ihrem Ursprungsort verarbeitet werden. Es ist also eine dezentrale Datenverarbeitung für Daten, die von Maschinen im Internet of Things produziert wurden. Die Verarbeitungszeit würde sich wesentlich verringern, ein wichtiger Schritt in Bereichen, in denen Echtzeit-Datenübertragung eine große Rolle spielt, sei es in der Medizin, Security oder in der Industrie.

Diese Story ist in redaktioneller Unabhängigkeit im Rahmen einer Kooperation mit T-Mobile Austria entstanden.

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