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5G am Smartphone: Was unlimitierte Daten und Verwendungsklassen bedeuten

Samsung Galaxy Fold ist eines der ersten 5G-smartphones. © Photo by Mika Baumeister on Unsplash
Samsung Galaxy Fold ist eines der ersten 5G-smartphones. © Photo by Mika Baumeister on Unsplash

2020 wird das Jahr von 5G. Die Mobilfunker bauen derzeit emsig die Netze für den neuen Mobilfunkstandard aus und haben auch bereits erste Tarife vorgestellt. Dient 5G zu Hause als Alternative für Festnetz-Internet und verspricht via Mobilfunk ebenfalls sehr schnelles Surfen, so bahnt sich am Smartphone eine kleine Revolution an.

Denn bisher waren es Konsumenten gewohnt, bei ihren Tarifen bestimmte Limits für die Datennutzung zu haben. 5, 10, 20 Gigabyte pro Monat – je nach Vertrag konnte man bisher ein bestimmtes Datenvolumen pro Monat nutzen, nach Erreichen der Grenze wird der Speed danach gedrosselt oder man bezahlt für die darüber hinaus konsumierten Gigabyte extra. Nur einige wenige, sehr teure Tarife gab es bisher, in denen unlimitierte Daten beinhaltet sind.

5G-Tarife im Überblick

Bei den neuen 5G-Tarifen, die A1 und Magenta für Smartphones eingeführt haben, gibt es keine inkludierten Datenvolumina mehr – vielmehr heißt es: Man kann unlimitiert Daten im Inland am Handy nutzen. Das ist man bisher nur zu Hause gewohnt, wo es in den meisten Fällen keine Rolle spielt, wie viel Gigabyte oder Terabyte man pro Monat nutzt. Hier die 5G-Tarife für Smartphones im Überblick:

Smartphone-Tarife inkludierte Daten, SMS, Telefonie Inland* Download Upload EU-Roaming Preis
A1
5GigaMobil S
bis zu 100 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s 40 GB 74,90 €
A1
5GigaMobil M
bis zu 150 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s 50 GB 84,90 €
A1
5GigaMobil L
bis zu 300 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s 60 GB 99,90 €
Magenta Mobile Gold bis zu 150 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s 30 GB 54,99 €
Magenta Mobile Platin bis zu 300 Mbit/s bis zu 50 Mbit/s 40 GB 69,99 €

Traditionell kommt die unlimitierte Datennutzung oft mit zusätzlichen Anmerkungen im Kleingedruckten daher. Bei Magenta heißt es dazu etwa:

„Es gibt grundsätzlich keine Einschränkung des Datentransfers. Sie dürfen die von uns zur Verfügung gestellte SIM Karte nicht missbräuchlich verwenden. Insbesondere gehen wir bei einem Verbrauch von mehr als 5 Terabyte(TB) pro Abrechnungsperiode von einer unzulässigen bzw. missbräuchlichen Nutzung aus. In diesem Fall nehmen wir mit Ihnen Kontakt auf und analysieren gemeinsam mit Ihnen die konkret vorliegenden Umstände. Zur Absicherung der Netzintegrität behält sich T-Mobile Austria das Recht vor, Anwender, die durch ihr Nutzungsverhalten andere Anwender in der Nutzung ihres Dienstes einschränken, in geeigneter Weise zur Einschränkung dieses Nutzungsverhaltens aufzufordern und angemessene Maßnahmen zu ergreifen.“ (Anm.: Hervorhebung durch Trending Topics)

Bei den jetzt gestarteten 5G-Tarifen gibt es noch keine solcher so genannten Fair-Use-Regeln. „Aktuell haben wir keine Fair-Use-Begrenzung. Wir werden den Datenverbrauch der ersten 5G Kunden beobachten und dann entscheiden, ob es eine braucht. Die würde dann natürlich für die Kunden, die bis dahin angemeldet haben, nicht gelten“, heißt es dazu seitens A1.

Offen ist, ob künftige 5G-Tarife immer „unlimitierte Daten“ beinhalten werden. Denkbar ist natürlich auch, dass künftige günstige Tarife sehr wohl Limitierungen beim Datenvolumen haben.

Verwendungsklassen gewinnen an Bedeutung

Worauf werden Konsumenten also künftig bei Tarifen schauen? Neben dem Up- und Download-Speed und etwaigen inkludierten Zusatzpaketen (z.B. Musik-Streaming) wird man sich in Zukunft öfter mit der so genannten Verwendungsklasse auseinandersetzen, in der ein Tarif angesiedelt ist. Diese definieren, ob und wie ein Tarif Vorrang vor anderen Tarifen hat – und bietet Telcos und Mobilfunkern die Möglichkeit, Tarife von anderen zu differenzieren.

Die Tarife „A1 5GigaMobil L“ und „M“ sind etwa in der Verwendungsklasse der Kategorie 2, der Tarif „A1 5GigaMobil S“ ist in der Verwendungsklasse 3 zu Hause. Bei Magenta ist der „Mobile Platin“-Tarif etwa in der Verwendungsklasse B, der „Mobile Gold“-Tarif in der Verwendungsklasse C angesiedelt.

Wenn das Netz ausgelastet ist, dann sorgt eine höhere Verwendungsklasse (2 oder 3 bei A1 bzw. B oder C bei Magenta) dafür, dass dem Endgerät mehr Bandbreite zugeteilt wird als Geräten bzw. Tarifen mit einer untergeordneten Verwendungsklasse. Die Daten werden also priorisiert, was folgenden Effekt haben kann: Bei einer Großveranstaltung, wo tausende Menschen gleichzeitig aufs Netz zugreifen wollen, kommen Tarife in besseren Verwendungsklassen schneller durch als die anderen.

Auch zu Hause können Verwendungsklassen interessant werden – nämlich dann, wenn in der Nachbarschaft viele Haushalte ihr Internet via 5G beziehen. So könnte der eigene Datenverkehr bei einem entsprechenden Tarif mit besserer Verwendungsklasse vor anderen Nachbarn, deren Internet in einer unteren Klasse angesiedelt ist, bevorzugt werden.

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