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Diese 5 Blockchain-Startups wollen die größten Probleme sozialer Netzwerke lösen

Jugendlich, bunt, freundlich - so gibt sich die Messaging-App Kik. © Kik.com
Jugendlich, bunt, freundlich - so gibt sich die Messaging-App Kik. © Kik.com

2017 war das Jahr in dem die Blockchain zum Stammtisch-Thema wurde. Viele Menschen hatten viel Geld mit dem rasanten Wertzuwachs des Bitcoin verdient und vor allem Branchen, die mit Finanztransaktionen und Cybersecurity zu tun haben, beschäftigen sich seitdem intensiv mit den Möglichkeiten der Smart Contracts.

Auch User können für Reichweite entlohnt werden

Doch langsam sickern die Geschäftsmodelle auch in die Unterhaltungsindustrie durch. Künstler können durch Blockchain direkt verdienen, wenn ihre Musik gehört wird. Ohne Mittelsmänner oder -plattformen. Kann das auch in den sozialen Netzwerken funktionieren? Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram und LinkedIn zeichnen sich durch eine gewaltige Schieflage aus: User, Content-Ersteller und Plattform-Betreiber werden höchst unterschiedlich für ihre Leistungen bezahlt.

Kik ist nur der Vorreiter

Diese Realität bietet Raum für disruptive Ansätze. Durch die Ethereum-Blockchain können Firmen zum Beispiel viel detaillierter darüber Auskunft erhalten wie und wann User mit ihrem Content interagieren. Der sinnstiftende Nutzen des einzelnen Users wird so viel leichter zu errechnen und so kann er viel einfacher für seine individuellen Leistungen bezahlt werden. Neben dem kanadischen sozialen Netzwerk Kik, das durch einen ICO rund 100 Millionen Dollar eingenommen hat (Trending Topics berichtete) und so zum prominentesten Beispiel der neuen sozialen Medien wurde, haben noch einige andere Lösungen entwickelt, die in der Zukunft eine Rolle spielen können.

Wir haben fünf Beispiele zusammen getragen     

Civic: Die beiden Silicon-Valley-Unternehmer Vinnie Lingham und Jonathan Smith arbeiten mit Civic an einer Blockchain-basierten Plattform, die Menschen und Unternehmen die Kontrolle über ihre eigenen Daten zurückgeben soll. Name, Telefonnummer, Mail-Adresse, Geburtsdatum usw. werden dabei in einer Smartphone-App gespeichert anstatt auf Servern von Internetkonzernen. Bei Bedarf kann man dann einem Unternehmen (z.B. einer Hotel-Webseite, einer Bank oder einem Arzt) punktuell per QR-Code-Scan den Zugriff auf ausgewählte Informationen gestatten. Setzt sich das System durch, könnte sich Civic als Alternative zum Facebook-Login etablieren. Investiert ist etwa die Blockchain-Investorin Jalak Jobanputra (Trending Topics berichtete).

Steemit: Die Firma der beiden Gründer Ned Scott und Dan Larimer mit Hauptsitz in New York will den Spieß umdrehen: Anstatt die Nutzer ihrer Social-Media-Plattform (ähnlich wie Reddit) mit ihren Daten bezahlen zu lassen, wollen sie sie für das Posten und Bewerten von Links, Fotos oder Videos mit Token belohnen. Diese Token lassen sich auf Krypto-Börsen wie Damit auch andere Plattformen Token ausgeben können, gibt es mit Steem eine eigene Blockchain, auf der so genannte “Smart Media Token” kreiert werden können. Aktuell gibt es eine Handvoll Anwendungen und Apps, die auf Steem aufbauen.

Eine davon ist Appics. Das Team um Tony Winchester und Uma Hagenguth baut vom Schweizer Krypto-Valley Zug aus eine Alternative zu Instagram: Fotos und Videos sollen in der App geshared werden. Popularität wird mit den eigenen Token vergütet. Damit wird die Werbeindustrie ausgeschlossen. Aktuell läuft der ICO. Das große Problem der Zukunft ist die Adaption zahlreicher User.

Datum: Der Schweizer Roger Haenni hat mit Datum eine Blockchain-baiserte Plattform geschaffen, die via APIs zu Facebook, Google und Twitter die User dazu befähigt, ihre Daten selbst zu verkaufen. Datum schließt Verträge mit Big-Data-Firmen wie Envioan, Acron oder Gifto ab und leitet die Anfragen der Unternehmen in Zukunft direkt an die User seiner App weiter. Diese verdienen sich mit dem Verkauf ihrer Daten DAT-Token, die wiederum auf gängigen Börsen gehandelt werden können.

Blockstack: Gleich mal das Internet neu bauen und den großen Silicon-Valley-Firmen in die Parade fahren – das versuchen die Blockstack-Gründer Muneeb Ali und Ryan Shea aus New York. Bei einem ICO im Dezember 2017 hat Blockstack rund 50 Millionen Dollar eingesammelt. Ziel ist, eine Plattform für dezentrale Apps (dApps) zu schaffen, bei der die Daten beim Nutzer am Smartphone oder Notebook liegen und nicht auf den Servern von App-Anbietern. Investiert sind etwa Union Square Ventures, AngelList-CEO Naval Ravikant, die Winklevoss-Zwillinge und Blockchain Capital.

Fazit

Die Blockchain hat die eigentlich alten Ideen von dezentralen Apps und Daten unter der Kontrolle ihrer Nutzer wieder belebt. Immer mehr Startups springen auf den Zug auf und wollen ein Umdenken bei den Geschäftsmodellen herbeiführen. Ob sie es schaffen, ist offen – denn es könnten wiederum auch die Silicon-Valley-Riesen sein, die die Blockchain massentauglich machen. Google arbeitet bereits daran, und Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat den Ruf bereits vernommen. Anfang des Jahres schrieb er:

„There are important counter-trends to this – like encryption and cryptocurrency – that take power from centralized systems and put it back into people’s hands…I’m interested to go deeper and study the positive and negative aspects of these technologies, and how best to use them in our services.“

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