Channel

Health

Arztpraxis

4myHealth: 400.000 Patientenakten mit Wiener Cloud-Software digitalisiert

© Pexels
© Pexels

„Wir verlieren bei der Digitalisierung völlig den Anschluss und sind international bestenfalls hinteres Mittelfeld.“ Mit dieser Einschätzung zum Status quo der Digitalisierung der Medizin in Österreich hat der Universitätsprofessor und E-Health-Experte Siegfried Meryn dieses Jahr im Podcast von Trending Topics für einiges Aufsehen gesorgt.

Währenddessen hält die Digitalisierung schleichend Einzug in die Ordinationen des Landes. Das Unternehmen 4myHealth aus Wien etwa bietet Arztpraxen Cloud-basiertes ERP-System, mit dem von der Terminvereinbarung bis zum Röntgenbild vieles digitalisiert werden kann. Bis dato haben rund 400 Ärzte damit mehr als 400.000 Patientenakten angelegt, die ihnen so von überall zum Abruf bereit stehen.

„Mehr Zeit für die Arbeit am Patienten“

Für die SaaS-Lösung zahlen Ärzte ab 89 Euro pro Monat. “Für Digital-affine ist das keine Rocket Science, bei Ärzten ist das ein aber absoluter Wandel”, sagt 4myHealth-Mitgründer Walter Gries, der die Wiener Software-Firma gemeinsam mit Helmut Ritter und Walter Hofmann gegründet hat. Insgesamt könnte man mit dem Tool vor allem Zeit bei der Verwaltung sparen und mehr Patienten betreuen. “Es erspart nicht den Assistenten, sondern schafft mehr Zeit für die Arbeit am Patienten”, sagt Gries.

Die 4myHealth-Gründer. © 4myHealth
Die 4myHealth-Gründer. © 4myHealth

Essenziell für die Ärzte-Software ist nicht nur die einfache Bedienung, sondern vor allem der Datenschutz. “Für uns war die DSGVO ein Klacks”, sagt Gries. 4myHealth hätte sowieso von Anfang an auf ein ISO-zertifiziertes Datencenter bei Anexia gesetzt und immer die strengen Datenschutzbestimmungen im Medizinbereich einhalten müssen.

Hohe Datenschutzauflagen

Dr. Christian Gäbler ist einer jener Wiener Ärzte, der die Cloud-Software in seiner Sportordination einsetzt. “Der Hauptgrund ist, dass 4myHealth eine sehr gute Cloud-Lösung anbietet”, sagt Gäbler. Neben der Zeitersparnis und dem guten Handling bringe das Tool vor allem einen Vorteil: “Wir brauchen ein System, dass die Datenschutzauflagen erfüllt. Darin liegt der große Vorteil, weil 4myHealth alle Auflagen zu 100 Prozent erfüllt.”

Dabei werden die Daten doppelt gesichert, um sicherzustellen, dass sie nicht durch Fehler gelöscht werden können. Denn Patienten haben das Recht, 25 Jahre lang auf die vom Arzt gespeicherten Informationen zugreifen zu können. Allein in der Sportordination wurden bereits die Daten von tausenden Patienten digitalisiert. Positiv beschreibt Gäbler die Zusammenarbeit mit dem Team: “Wir werden bei der Entwicklung von neuen Tools mit einbezogen. Da kommt eine Schwarmintelligenz zusammen, weil wir Ärzte Feedback geben und auf dieser Basis neue Funktionen hinzugefügt werden.“

Auch wenn es am Markt günstigere Lösungen von Mitbewerbern gibt, ist Gäbler gewillt, die monatliche Gebühr zu bezahlen. “Für das, was das Tool bietet, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut.”

Springe zu:

Ganzen Artikel lesen