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Sie können mehr als Apps: 24 österreichische Start-ups, die genug Mut und Know-how für Hardware haben

Ein Beispiel von vielen: Der Elektromotor "add-e" für Fahrräder. © add-e
Ein Beispiel von vielen: Der Elektromotor "add-e" für Fahrräder. © add-e

Wenn man in Österreich von Start-ups spricht, dann spricht man schnell über Apps und Web-Dienste. Doch durch die immer breitere Bekanntheit von nationalen und internationalen Crowdfunding- und Crowdinvesting-Plattformen gibt es immer mehr heimische Gründer, die angreifbare Produkte auf den Markt bringen. TrendingTopics.at stellt 24 dieser Jungfirmen vor:

1. add-e

Die GP Motion GmbH von Firmengründer Fabian Gutbrod hat mit add-e einen nachrüstbaren Elektromotor für Fahrräder entwickelt, mit dem man auf 50 km/h beschleunigen kann. Der Der Lithium-Polymer-Akku, der für eine Strecke von 50 Kilometer reicht und sich in einer Stunde aufladen lässt, ist vollständig im Inneren einer Aluminiumtrinkflasche versteckt. Im Juni schaffte das Villacher Start-up auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sein Finanzierungsziel und sammelte fast 400.000 Euro. Billig ist add-e nicht und im Online-Shop ab 890 Euro zu haben.

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© add-e

2. Angelbird

Das Start-up Angelbird aus Lustenau in Vorarlberg, das 2011 von Roman Rabitsch gegründet wurde, hat sich auf die Produktion von SSD-Speicher spezialisiert. Die SSDs kann man in Form externer Speicher kaufen oder damit PCs und Macs nachrüsten. Die grundlegenden Speicherbausteine kauft Angelbird von der US-Firma Micron zu.

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© Angelbird

3. Bergaffe

Das Klagenfurter Start-up Bergaffe hat sich zum Ziel gesetzt, ein multifunktionales Toolset für Wintersportler auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich um einen Spaten, der sich zum Hocker oder Kamerastativ umfunktionieren lässt und eine Art Schweizer Taschenmesser für Snowboarder sein soll. 2016 soll der Vertrieb starten, bereits Anfang 2014 konnte man auf Kickstarter das Finanzierungsziel von etwa 25.000 Pfund erreichen.

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© Bergaffe

4. Cyberith

Die Virtual-Reality-Enthusiasten Tuncay Cakmak and Holger Hager haben 2013 in Herzogenbrug in Niederösterreich damit begonnen, den „Cyberith Virtualizer“ zu entwickeln. Dabei handelt es sich um um eine Art Gehschule für Erwachsene, die in Kombination mit einer Virtual-Reality-Brille verwendet wird, um quasi Bewegungen im virtuellen Raum zu ermöglichen. Mit einer Kickstarter-Kampagne konnte man 2014 mehr als 360.000 US-Dollar sammeln, mittlerweile kann man das verrückte Gerät um 1500 Euro vorbestellen. Wie es funktioniert versteht man am bestne, wenn man sich dieses Video ansieht:

5. EGO Sports

Die EGO Sports GmbH aus Salzburg hat sich ähnlich wie add-e nachrüstbaren Elektromotoren für Fahrräder verschrieben – allerdings hat man sich auf Mountainbikes spezialisiert, für die man die „stärksten Elektromotor-Nachrüstsätze der Welt“ bieten will. Über die Crowdinvesting-Plattform Conda konnte man 100.000 Euro Finanzierung aufstellen, die Elektromotoren kann man mittlerweile im Online-Shop ab saftigen 2700 Euro bestellen.

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© Ego-Sports

6. EVOtech

Das oberösterreichische Start-up EVOtech von Markus Kaltenbrunner baut 3D-Drucker, die an andere Kleinunternehmen verkauft werden (ca. 8000 Euro pro Stück). Das Besondere: Die Bauteile, aus denen die 3D-Drucker gefertigt werden, bezieht das Start-up von anderen heimischen Unternehmen und fertigt komplett in Österreich. Der „EVOlizer“, wie der Drucker getauft wurde, soll etwa zur Fertigung von Prototypen, in der Architektur oder im Bildungsbereich eingesetzt werden.

http://evo-tech.eu/img/static/EVOlizer_gr.jpg
© EVOtech

7. Fittrack

Das Wiener Start-up Fittrack entwickelt einen kleinen Sensor namens „FitPin“, der im Fitness-Studio dabei helfen soll, das Workout an den Geräten zu dokumentieren. Der Sensor kann Gewicht, Wiederholung und Geschwindigkeit der Übungen am Gerät messen und via Bluetooth auf ein Smartphone bzw. eine dort installierte App übertragen. Kunden sollen Fitness-Center sein, die ihren Gästen die Sensoren anbieten und ihre Geräte damit aufrüsten wollen.

http://www.fittrack.io/assets/images/pin-bw.jpg
© Fittrack

8. Fluxo

Fluxo, ersonnen von den Gründern Lukas Pilat und Robert Kopka (sie haben ihre Firma passenderweise Luke Roberts GmbH getauft) , soll die „smarteste Lampe“ der Welt sein. Per Smartphone-App lässt sie sich steuern und kann auf Wunsch unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen und in allen Regenbogenfarben erstrahlen. Am Markt ist die Lampe noch nicht, zuerst wollen die Gründer per Kickstarter-Kampagne abtesten, ob die Lampe überhaupt auf genug Interesse bei Konsumenten stößt.

© Lukas Roberts GmbH
© Lukas Roberts GmbH

9. HappyMed

Wie bereits auf TrendingTopics.at berichtet, bietet das Wiener Start-up HappyMed Ärzten (und mittlerweile auch Fluglinien) Videobrillen samt passendem Content an. Die Brillen stammen dabei von Partner Carl Zeiss, die Videoinhalte hat man unter anderem bei ORF und Red Bull lizensiert.

Lächeln beim Zahnarzt? Laut HappyMed nur mit Videobrille möglich. © HappyMed
Lächeln beim Zahnarzt? Laut HappyMed nur mit Videobrille möglich. © HappyMed

10. Helioz

Das Start-up Helioz arbeitet schon länger daran, sein UV-Messgerät WADI in Entwicklungsländern zu verbreiten. WADI soll dazu dienen, bei Wasserflaschen anzuzeigen, ob das Wasser darin trinkbar ist. Das Team rund um Gründer Martin Wesian hat weltweit bereits Distributionspartner in mehr als 40 Ländern und im Sommer die zweite Finanzierungsrunde im mittleren sechsstelligen Bereich abgeschlossen.

© Helioz

11. Juggglow

Im März 2015 hat Juggglow, ein Projekt der Research Group Embedded Systems aus Hagenberg, mehr als 12.000 Euro für seine smarten Jonglierbälle gesammelt. Die Bälle können nicht nur in den verschiedensten Farben leuchten, sondern sollen auch Statistiken erfassen, wie gut der Jongleur ist. Ein Ball kostet 99 Euro, für die drei, die man mindestens benötigt, legt man 259 Euro ab.

12. Luma

Mehr als 23.000 Euro konnte das Grazer Start-up Luma kürzlich auf Kickstarter sammeln, um seine Hauben mit eingebauten Leuchten für Sportler zu produzieren. Die eingebauten LED-Lichter sollen bei Outdoor-Sport für mehr Sicherheit sorgen, wenn es draußen schon dunkel ist. Eine Haube kostet 130 Euro, sie werden ab Mitte Dezember ausgeliefert.

http://luma-enlite.com/wp-content/uploads/2015/09/G%C3%BCnterBlog2Bild1.jpg
© Luma

13. Mikme

Anspruch des Steirers Philipp Sonnleitner ist es, das beste drahtlose Mikrofon der Welt anzubieten. Mikme ist mittlerweile um etwa 250 US-Dollar zu bestellen, nachdem die junge Firma auf Indiegogo mehr als 300.000 US-Dollar Kapital gesammelt hat. Das Produkt richtet sich vor allem an Musiker, Podcaster oder Filmemacher, die unterwegs eine einfache Möglichkeit brauchen, um hochqualitative Audioaufnahmen zu machen.

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© Mikme

14. Nuki

Mit fast 400.000 Euro Finanzierung ist das intelligente Türschloss Nuki (vormals Noki) eines der erfolgreichsten Crowdfunding-Produkte aus Österreich. Die Entwicklerfirma rund um Martin Pansy aus Graz lässt Kunden um etwa 200 Euro die Tür aufsperren, einfach indem man sich mit dem eigenen Smartphone nähert. Geplant ist, rund um das Türschloss weitere Smart-Home-Geräte auf den Markt zu bringen.

© Nuki

15. Playbrush

Wie kürzlich auf TrendingTopics.at berichtet, hat das austro-britische Start-up Playbrush einen intelligenten Zahnbürstengriff auf den Markt gebracht, der mit einem Smartphone-Spiel kommuniziert. Das soll Kinder dazu animieren, länger und gründlicher zu putzen und den Eltern darüber hinaus Einblick in das Zahnpflegeverhalten ihrer Zöglinge geben.

https://www.trendingtopics.at/wp-content/uploads/2015/11/Playbrush_Playbrush-780x439.jpg
© Playbrush

16. Robo Wunderkind

Fast 250.000 US-Dollar hat das Wiener Start-up Robo Wunderkind für seine Lern-Roboter via Kickstarter gesammelt. Diese lassen sich ähnlich wie Lego zusammenstecken und sollen Kindern dabei helfen, Computer und Technologie spielerisch zu erlernen. Kürzlich sind die Gründer nach Taiwan gereist, um die Produktion der ersten Produktlinie einzufädeln.

Modularer Aufbau möglich. © Robo Wunderkind
© Robo Wunderkind

17. Runtastic

Ja, auch das österreichische Vorzeige-Start-up Runtastic, nunmehr im Besitz von Adidas, hat bereits eine ganze Reihe an Hardware auf den Markt gebracht – zuletzt sogar eine eigene Reihe Uhren mit verbautem Fitness-Tracker. Produziert werden die Uhren und andere Geräte in Zusammenarbeit mit der Welser Firma Krippl (TrendingTopics.at berichtete).

Die Moment-Kollektion, wie sie auf der IFA gezeigt wird. © Jakob Steinschaden
© Jakob Steinschaden

18. Senitec

Von Dornbirn aus hat Gründer Daniel Leeb mit seiner Jungfirma Senitec einen kleinen Siegeszug durch die heimischen Start-up-Instanzen geschafft – von der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ über eine Crowd-Kampagne bei Startnext bis zu einer Finanzierungsrunde bei Conda, die fast 120.000 Euro eingebracht hat. Das Produkt? Ein smartes Blinksystem für Fahrradfahrer, das an der Hand getragen wird.

© Senitec

19. Sunnybag

2010 von Stefan Ponsold gegründet, hat das Grazer Start-up Sunnybag bis dato eine ganze Reihe an Taschen mit Solarpanelen auf den Markt gebracht, die mobile Geräte mit Strom versorgen können. Demnächst startet auch eine Kickstarter-Kampagne für ein neues Produkt (demnächst mehr auf TrendingTopics.at zu lesen).

© Sunnybag

20. Stabylizr

Wie kürzlich hier berichtet, arbeitet das Wiener Start-up Stabylizr an einem besonders kleinen und leichten Bildstabilisator für die Action-Cams von GoPro. Derzeit gibt es nur einen Prototypen, nach erfolgreicher Kickstarter-Kampagne Anfang 2016 sollen die Geräte, die etwa 150 Euro kosten werden, in Serienproduktion bei einer Wiener Firma gehen.

Gründer Wolfgang Fallmann filmt seine Mitgründerin Miriam Boubachta. © Stabylizr
© Stabylizr

21. TableConnect

Auch über dieses Start-up hat TrendingTopics.at bereits ausführlich berichtet: Die Touch-Tische von TableConnect haben es bis dato nicht nur in die TV-Show „Klartext“ von ATV geschafft, sondern auch nach Dubai. Sie können unter anderem dazu genutzt werden, um Spiele zu spielen oder in Geschäftslokalen auf virtuellem Weg Produkte zu präsentieren.

© TableConnect
© TableConnect

22. Tractive

Das oberösterreichische Start-up Tractive rund um Gründer Michael Hurnaus hat bis dato mehrere GPS-Ortungsgeräte für Haustiere auf den Markt gebracht. Sie dienen dazu, dass Besitzer per Smartphone-App immer nachschauen können, wo sich das liebe Tier gerade herumtreibt.

https://tractive.com/img/press/gps/gps4.jpg
© Tractive

23. Waiqi

Das Innsbrucker Start-up Waiqi von Fabian Hochheimer und Johannes Postler hat sich dem Thema kabelloses Laden verschrieben. Sie bieten für Android-Handys und iPhones (diese brauchen eine extra Hülle) eine Ladestation (Qi-Standard) aus schönem Holz an, auf der man das Smartphone zu Aufladen platziert. Via Kickstarter konnte man 12.000 Euro sammeln, aktuell ist man dabei, die ersten Produkte an die Vorbesteller aus der ganzen Welt zu versenden.

© Waiqi

24. Xioneer Systems

Xioneer Systems will einen 3-D-Drucker für KMU bauen, der sich durch kurze Druckzeiten, hohe Zuverlässigkeit und Bedienungsfreundlichkeit sowie einen attraktiven Preis auszeichnet. Unterstützt wird man dabei derzeit vom universitären Gründerservice INiTS sowie von der staatlichen Förderbank aws.

Anmerkung: Listen sind selten vollständig. Wenn Du ein Start-up hast oder kennst, das unbedingt in diese Liste aufgenommen werden sollte, dann schreib unten in die Kommentare.

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