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2019 für E-Autos in Österreich: Mehr Tempo, mehr Lärm und ein neuer Tesla

Das Model 3 in Rot. © Tesla Motors
Das Model 3 in Rot. © Tesla Motors

Der Hype um Tesla und E-Mobility täuscht gelegentlich darüber hinweg, dass es noch dauert, bis der Trend zum Alltag geworden ist. Nur knapp ein Prozent der Autos in Österreich fahren mit Strom oder zumindest mit einem hybriden Antrieb. In absoluten Zahlen waren es laut Statistik Austria Ende November 2018 20.393 E-Autos und 33.716 Benzin-Elektro-Hybride. 2.758 Teslas waren zu diesem Zeitpunkt in Österreich zugelassen, das sind etwa 0,1 Prozent aller Autos – 437 davon wurden 2018 angemeldet.

Mehr als 95 Prozent der Neuzulassungen Benziner und Diesel

Die gute Nachricht: Mit über 6.000 Neuzulassungen wurden 2018 um rund 1.000 E-Autos mehr neu angemeldet als im Jahr davor. Die schlechte Nachricht: Im selben Zeitraum wurden mehr als 65.000 Benziner und Diesel-Autos zugelassen. Nach wie vor fallen mehr als 95 Prozent aller Autos in Österreich in diese Kategorien und das gilt auch für die Neuzulassungen. Immerhin, die Tendenz stimmt: Während die Neuzulassungen bei E-Autos um ungefähr ein Viertel stiegen, war es bei Benzinern ein Plus von rund 15 Prozent und bei Diesel-Autos sogar ein Minus von rund 19 Prozent.

Förderung für E-Autos wird verlängert

Der Kreis der mehr als 20.000 Emissionsfreien soll in den kommenden Jahren noch viel stärker wachsen. Die Regierung hat dazu auch ein paar Anreize gesetzt. Die Umweltförderung für Elektrofahrzeuge wird es auch 2019 wieder geben – sie ist an den hauptsächlichen Bezug von Ökostrom beim laden des Fahrzeugs gekoppelt. Das hat Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) eher widerwillig angekündigt – er sei kein großer Fan von Förderungen sagte er im Dezember zur APA.

Die Details zur Umweltförderung für das neue Jahr sind noch nicht bekannt, 2018 standen fast 20 Millionen Euro zur Verfügung, von denen rund 3,4 Millionen Euro im Topf blieben (Stand 28. Dezember). Die Förderung für private E-Fahrzeuge betrug maximal 2.500 Euro. Hofer strebt mittelfristig steuerliche Anreize an – wann genau steht aber in den Sternen, Teil der Steuerreform 2020 sollen sie nicht sein.

„Luft 100er“ fällt, „Luft 50er“ bleibt

Locken soll dafür eine Besserstellung im Straßenverkehr. Fix ist die Befreiung von E-Fahrzeugen von Geschwindigkeitsbeschränkungen nach dem Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L). Was als „Luft 100er“ bekannt wurde, gilt nun nicht mehr für gekennzeichnete E-Fahrzeuge auf Autobahnen und Schnellstraßen. Voraussetzung: Es muss eine Hinweistafel mit dem Wortlaut „IG-L“ oder „Immissionsschutzgesetz-Luft“ geben (§14, Abs. 2a). Das gilt auch für den „Luft 80er“ in Salzburg, da es sich um eine Beschränkung auf einer Autobahn handelt. In den 50er-Zonen nach IG-L knapp um Wien gilt die Ausnahme nicht.

Motorgeräusch für E-Autos kommt

Für E-Auto-Fahrer kommen jedoch nicht nur Erleichterungen, sondern auch neue Pflichten. Ab Juli 2019 müssen in der EU neu typisierte E-Fahrzeuge Geräusche machen und zwar unterschiedliche, je nachdem, ob gebremst oder beschleunigt wird. Das Geräusch muss dem anderer Fahrzeuge ähneln. Der Lärmzwang besteht grundsätzlich unter einer Geschwindigkeit von 20 km/h und soll damit vor allem Fußgänger und Radfahrer vor den grundsätzlich leisen Elektroautos warnen. Bestehende Fahrzeuge müssen aber nicht nachgerüstet werden.

Tesla Model 3 in Österreich

Der neueste Tesla, den die ersten Österreicher im Februar fahren dürfen, wird also weiterhin geräuschlos dahingleiten. Ab etwa 40.000 Euro wird der Tesla 3, das erste Modell für den Massenmarkt, hierzulande erhältlich sein – mit diesem Einsteigermodell ist aber erst in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen (Trending Topics berichtete).

Vignetten-Befreiung fraglich

Die Regierung überlegt indes weitere Anreize, um den Verkauf von E-Autos anzukurbeln. Bisher sind die aber noch nicht über Ankündigungen hinausgekommen. Neben den steuerlichen Maßnahmen zählt dazu etwa die Befreiung von der Vignettenpflicht, die Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) aufs Tapet gebracht hatte. Norbert Hofer äußerte sich dazu eher kritisch – es handle sich nicht um eine Umweltabgabe, sondern um eine Gebühr für die Nutzung von Infrastruktur.

Viel Kritik gibt es an zwei weiteren von der Regierung angestoßenen Maßnahmen: die Freigabe der Busspuren für E-Autos und Gratis-Parken in Kurzparkzonen. Gegen E-Autos auf Bus-Fahrstreifen wehren sich Öffis und etwa die Wiener Stadtregierung. Und kostenlose Parkplätze für E-Autos gibt es in manchen Städten bereits länger – in Graz wird nun aber bereits überlegt, die Maßnahme zurückzufahren. Die Freigabe der Busspuren könnte der Bund erzwingen, die Parkplätze obliegen alleine der jeweiligen Stadt.

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