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2 Minuten 2 Millionen: Investoren und Startups werden beim Dreh mit Abstandsmessern getrackt

© Puls4

Im Jänner 2021 wird die bereits achte Staffel der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ ins TV kommen, und die Dreharbeiten dazu laufen seit dem 6. Oktober noch bis Anfang November. Das Corona-Jahr 2020 verlangt bei den Dreharbeiten klarerweise spezielle Sicherheitsvorkehrungen. So werden die Sessel der Jury auseinander gerückt, und es gibt keine Handshakes und Umarmungen bei den Deal-Ankündigungen. Außerdem werden COVID-19-Schnelltests und PCR-Tests für alle Personen am Set durchgeführt, um die Chance, dass es zu Ansteckungen beim Dreh kommt, möglichst zu minimieren.

Anstecker, die blinken

Aber all das ist dem TV-Sender Puls4 nicht genug gewesen. Zusätzlich zu den strikten Vorsichtsmaßnahmen kommt auch eine technische Sicherheitsmaßnahme zum Einsatz, von der das Publikum vor den TV-Bildschirmen ab Jänner nichts mitbekommen wird. Denn das Vorarlberger Heron Innovations Factory stattet die bis zu 110 Personen am Set mit seinen Safedi-Ansteckern aus, die etwa am Hemdkragen getragen werden können und miteinander über Bluetooth kommunizieren. Der Zweck: Wenn sich zwei Menschen zu nahe kommen (weniger als 1,5 Meter), dann beginnen die Anstecker rot zu blinken und können zusätzlich auch einen Warnton abgeben. Das soll die Träger daran erinnern, sich wieder auf mehr als 1,5 Meter Abstand zurückzuziehen.

© Heron
© Heron

Geplant war der „Safedi“ getaufte Anstecker natürlich nie. „Wir haben uns überlegt, wie wir unsere Mitarbeiter schützen können“, sagt Christian Beer, Geschäftsführer von Heron, zu Trending Topics. Und weil er von den Smartphone-Apps zum Contact Tracing nicht überzeugt ist, hat er mit seinem Team quasi über Nacht die Safedi-Tracker entwickelt. „Das haben wir sehr kurzfristig entschieden. Nicht reden, sondern machen.“

Neben den Alarmsignalen beim Abstand gibt es noch eine zweite Funktion. „Der Anstecker merkt sich die ID-Nummer der Person, der man zu nahe gekommen ist“. sagt Beer. Diese Daten würden zentral erfasst, und im Falle des Falles könne eine Vertrauensperson im Unternehmen nachsehen, welchen anderen Personen ein Verdachtsfall oder eine infizierte Person zu nahe gekommen ist. Dann müsse man nicht die ganze Belegschaft, sondern eben nur die betroffenen Personen in Quarantäne schicken.

Christian Beer von Heron. © Wolfang Zac/Jung van Matt
Christian Beer von Heron. © Wolfang Zac/Jung van Matt

„Wir erfassen dabei nur den Tag und halten keine GPS-Daten und keine Zeitstempel fest“, sagt Beer. Der Safedi-Anstecker sei primär für den Einsatz in Unternehmen gedacht. An einer Ladestation können Mitarbeiter in der Früh jeweils einen Anstecker abholen, der Akku reicht für den ganzen Tag, und beim Verlassen der Firma wird der Tracker dann zurück zur Station gebracht. In manchen Firmen darf man das Handy nicht mitnehmen, und Mitarbeiter müssen sich auch nicht um irgendwelche Apps und volle Smartphone-Akkus kümmern. Die Batterie des Safedi-Ansteckers reicht für 12 bis 14 Stunden und übersteht damit den Arbeitstag locker.

50.000 Stück verkauft

50.000 Stück von Safedi hat Beers Unternehmen in diesem Jahr bereits verkauft. Pro Stück müssen Firmen, die sie einsetzen wollen, mit 50 bis 60 Euro rechnen – je mehr Anstecker gekauft werden, desto günstiger wird es. Das System kommt auch mit der Ladestation und dem Online-Hub für den Datenabgleich. Produziert werden die Anstecker komplett in Österreich. Für Puls4 ist es der erste Einsatz eines solchen Tools. “Wir können die Tracker auch bei allen anderen Drehs einsetzen“, heißt es seitens dem Sender. Da aber alle Menschen am Set jeden Tag getestet werden, sei die Wahrscheinlichkeit, dass eine infizierte Person drinnen ist, ohnehin sehr gering.

Mit der SAFEDI Distance Control GmbH hat die Heron Innovations Factory mittlerweile eine eigene Firma ausgegründet, die sich ausschließlich um das neue Produkt kümmert. Generell ist Heron mit drei selbständig agierenden Tochtergesellschaften in Sachen Automatisierung, CNC-Technik und Transportroboter tätig.

„2 Minuten 2 Millionen“ wird wie gesagt ab Jänner 2021 zu sehen sein. Dass die Zeitspanne zwischen Dreh und Ausstrahlung verkürzt wurde, ist eine gute Entscheidung. Denn in der Vergangenheit haben sich aufgrund der vielen Monate dazwischen bei den Deals, die im TV zu sehen waren, oft Dinge geändert (Trending Topics berichtete).

Disclaimer: Puls4 ist Investor von Trending Topics.

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