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2 Minuten 2 Millionen: Grazer Startup Instahelp stellt nach der Show Millioneninvestment auf

Instahelp-CEO Bernadette Frech bei "2 Minuten 2 Millionen" © Gerry Frank
Instahelp-CEO Bernadette Frech bei "2 Minuten 2 Millionen" © Gerry Frank

Das Grazer Startup Instahelp ist in der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“ bei den Investoren abgeblitzt. Eine Bewertung von 5 Millionen Euro war den potenziellen Geldgebern zu hoch. Nach der Aufzeichnung hat es dann aber doch geklappt: „Florian Gschwandtner hat schon in der Show Gesprächsbereitschaft signalisiert und wir haben danach tatsächlich weiter miteinander gesprochen“, sagt Instahelp-CEO Bernadette Frech. „Im Nachklang der Show ist der Deal dann entstanden“.

Und der sieht so aus: Zu den 1,5 Millionen Euro Medienvolumen kam offenbar noch ein Millioneninvestment hinzu – Instahelp verrät nur die Gesamtsumme von 3 Millionen Euro, die aus Cash und Medienvolumen besteht.

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Runtastic-Gründer steigen ein

Das Geld kommt von den Runtastic-Gründern (8eyes), der Instahelp-Mutter Up To Eleven und den Up To Eleven-Gesellschaftern Toto Wolff und René Berger über deren Beteiligungsgesellschaft. Up To Eleven ist ein Grazer Company Builder mit Beteiligungsgesellschaft, die von den sms.at-Gründern Jürgen und Martin Pansy ins Leben gerufen wurde. Nach dem sms.at-Exit entstanden dort das smarte-Türschloss-Startup Nuki und eben Instahelp.

+++ Bernadette Frech im Trending-Topics-Podcast +++

Instahelp bietet psychologische Online-Beratung an. Nutzer können über ein einfaches Online-Formular erste Angaben zu ihrer Situation machen und bekommen dann binnen Minuten einen Psychologen zugewiesen, mit dem sie ein Gespräch führen können. 40 Minuten Beratung kosten 49 Euro, davon schneidet Instahelp als Plattform 35 Prozent mit.

Am häufigsten kommt das Startup bei Themen wie Partnerschaft, Familie, Trennung, Stressbelastung oder Selbstwert zum Einsatz. Erlaubt ist in Österreich online lediglich Beratung. Sobald ein Krankheitsbild erkannt wird, leitet Instahelp an einen Psychologen vor Ort weiter. „In manchen Fällen sind wir eine gute Brückenlösung und können Personen gut abholen und zu einer Therapie begleiten“, sagt Frech.

Immer mehr Unternehmen investieren in mentale Gesundheit

Neben Privatkunden – seit Start haben mehr als 22.000 Nutzer Beratungen gebucht –  interessieren sich auch immer mehr Firmen für Instahelp. „Mitarbeiter sind oft stark stressbelastet und es braucht einen Ausgleich. Viele Unternehmen setzen im physischen Bereich an, was aber manchmal fehlt, ist die mentale Komponente, und wir sind da ein guter Baustein“, erklärt die Chefin. Für Firmen schnürt das Jungunternehmen individuelle Pakete, die entweder Kontingente oder eine Jahrespauschale umfassen.

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Das Business-Segment wächst stark – seit dem Start vergangenes Jahr haben bereits rund 22.000 Mitarbeiter von Unternehmen eine Beratung in Anspruch genommen, fast so viele wie privat. Ein neues Geschäftsfeld sind außerdem Kooperationen mit Versicherungen – der Online-Versicherer Livv.at hat Instahelp beispielsweise in seine Ablebensversicherung integriert, als Angebot für Hinterbliebene.

Wachstum und neue Produkte

Das frische Kapital will Instahelp vor allem in die Produktentwicklung und die Festigung der Marktposition investieren. „In DACH-Raum sind wir bereits die führende Plattform für psychologische Online-Beratung“, sagt Frech. „Diesen Vorsprung wollen wir ausbauen“.

In Großbritannien und Frankreich ist das Startup erst seit 2018 tätig und will sich dort ebenfalls eine starke Position erarbeiten. Neben der Expansion in bestehenden und neuen Märkten, sind auch neue Produkte zu erwarten. „Ziel ist ein intelligentes Tool, mit dem Nutzer ihren Gesundheits-Status messen zu können. Da wollen wir mit führenden Forschern aus der Emotionsforschung kooperieren“.

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