Startups

2 Minuten 2 Millionen: Ein Schnäppchen für Haselsteiner und ein Problemlöser ohne Sexappeal

In der fünften Folge gaben sich die Investoren sparsam. Gerade einmal 130.000 Euro machten sie locker und das mussten sich zwei Startups teilen. Was sie doch noch überzeugen konnte? Ein Schnäppchen für Hans-Peter Haselsteiner und Nostalgie für Katharina Schneider.

Elöd Marcus Deak hat hintergrundbeleuchtete Bilderrahmen für Fotografien im Großformat entwickelt (Trending Topics berichtete) und hält mit seinem Wunsch bei „2 Minuten 2 Millionen“ nicht lange hinter dem Busch: „Ich wünsche mir 30.000 Euro für 20 Prozent Beteiligung“, stellt er noch vor Beginn seines Pitches vor der Jury fest. Eine Firmenbewertung von 150.000 Euro ist für die Startup-Show erfrischend niedrig. Hans-Peter Haselsteiner verhandelt trotzdem: für 25,1 Prozent würde er die 30.000 Euro locker machen. Deak schlägt ein.

Ein Floh aus den 1980ern

Tamara Lux fühlt sich durch den Holzglücksbringer in Form eines kleinen Flohs an die unbeschwerte Zeit in den 1980er-Jahren erinnert. Ob die Jury der positiven Nostalgie verfällt? Drei Jahre lang arbeitet Lux an Nomi und ist nun bereit 25 Prozent ihrer Firma für 100.000 Euro abzugeben. Florian Gschwandtner kann den Trend nachvollziehen: der Runtastic-Gründer trägt selbst einige Armbänder. Aber wie schafft man es, sich von der kaum überblickbaren Konkurrenz abzusetzen? Lux ist sich sicher, dass sie mit dem geschützten Floh einen Vorteil hat.

Martin Rohla gesteht, dass er seiner Frau keinen Schmuck und keine Blumen kauft. Er ist raus. Katharina Schneider hingegen hat ein Faible für Schmuck, fühlt sich „in den 80er-Jahren zuhause“ und investiert zu genau den gewünschten Konditionen. Leo Hillinger zieht mit.

„Crowd Butchering“ ist der Jury zu teuer

Nahgenuss.at vermittelt als Plattform zwischen Landwirten und Fleischtigern. Anbieter können dort ganze Schweine oder Rinder inserieren, Kunden kaufen nur einen Teil – finden sich genug Abnehmer, kommt der Deal zustande. „Crowd Butchering“. Gründer Micha Beiglböck macht damit bereits gute Umsätze und will deshalb 500.000 Euro für 18 Prozent der Firmenanteile. Bei Impact-Investor und Hobby-Bio-Bauer Martin Rohla, Bio-Winzer Leo Hillinger und Florian Gschwandtner, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und sich mit Online-Plattformen auskennt, stößt Nahgenuss auf großes Interesse. Die Bewertung ist allerdings allen zu hoch. Kein Investment für Nahgenuss.

Der Tragegurt ist unsexy

Elke Jung aus Tirol will 75.000 Euro für 10 Prozent ihrer Firma. Sie stellt einen Tragegurt für Kisten und andere Lasten her, der über beide Schultern gehängt und zwischen den Schulterblättern überkreuzt wird. Für die Haken, an denen man das Lastgut einhängt, hat Jung ein Patent eingereicht – Kisten hängen dank ihnen immer parallel zum Boden.

„Es sind ja oft die einfachen Produkte, die die Problemlöser sind“, sagt Katharina Schneider sichtlich interessiert. „Problemlöser sollten aber auch eine gewisse Sexiness haben“, findet die Teleshopping-Expertin. Mit dem Gurt alleine fände Hillinger das schon sexy, merkt er an. Schneider sagt trotzdem ab, verspricht aber einen Termin mit ihren Experten-Teams. Wenn die Profis aus Beltys einen sexy Problemlöser machen, würde Teleshop den Gurt vermarkten.

Vom Socken-Händler zum Robin Hood der Konsumenten

Helmut Ablinger war schon einmal mit Socken in der Show, bekam kein Investment, lebt aber heute noch von dem Verkauf der Fußwärmer. Das hat ihm Luft verschafft für ein neues Projekt: Eine Plattform, die Anwälte zum Pauschalpreis vermittelt. Ablinger will 5 Prozent für 100.000 Euro abgeben. Aus Hillinger platzt es heraus: „Wie kommst du auf eine 2-Millionen-Bewertung?“.

„Wir haben die ersten 200 Testkunden abgewickelt und damit etwa 20.000 Euro Umsatz gemacht“, kontert der Gründer. Hillinger bleibt uneinsichtig. 2021 will er aber schon die Millionengrenze durchbrochen haben, gibt Ablinger zu bedenken. Unter den Investoren herrscht Angst vor starker Konkurrenz auf dem Wachstumsmarkt. Und die Bewertung bleibt ein Thema (Hillinger: „Des geht si ned aus“). Gschwandtner ist auch raus, will aber nochmal sprechen, wenn Jaasper 2.000 Kunden hat.

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