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2 Minuten 2 Millionen: Ein Startup, das die Investoren aus den Socken haute

Es zieht einem die Schuhe aus: Der Vertreiber von Socken, Wolfgang Cyrol, hat sich den Firmennamen „Neuro Socks“ auf die Brust tätowieren lassen. Damit hält die Jury ihn nicht nur für „ein bisschen verrückt“, auch seine HighTech-Socken wirken eher esoterisch. Ein eingewobenes Muster in die Socken, Einlagen oder Pflaster soll Wohlbefinden und Stabilität bringen, sowie Schmerzen lindern. Mit dieser „Erfindung“ beeindruckte Cyrol so manchen Zuseher der Startup-Show 2 Minuten 2 Millionen, die am Dienstag Abend über die Bildschirme lief.

Damit konnte Cyrol den ehemaligen Skirennläufer Hans Enn überzeugen. Der sechsfache Weltcup-Sieger stieg ins Geschäft ein, nachdem die Socken seine Schwellung am Knie linderten. Hans Peter Haselsteiner versteht die Funktionsweise nicht. Martin Rohland glaubt nicht, dass der „Fuß sofort das Muster lesen kann“. Katharina Schneider macht unter dem Vorbehalt, dass die Versprechen und Studien überprüft werden, ein Angebot von 50.000 Euro für 10 Prozent. Das ist nur ein Drittel von dem, was sich die Geschäftspartner gewünscht hatten, nehmen den Deal aber an.

+++ So funktionieren die Neuro-Socks +++

Gschwandtner galoppiert davon

Louisa und Karl Forstner haben weltweit die ersten anziehbaren Turnschuhe für Pferde entwickelt. Megasus Horsetech soll das Hufeisen für immer ablösen. Louise liebt Pferde seit ihrer Kindheit. „Wenn wir es schaffen, dann schreiben wir Weltgeschichte,“ sagt die Pferde-Narrin. Fehlt nur noch ein Investor der Megasus Horsetech die Sporen gibt. Für 5 Prozent wollen sie 500.000 Euro.

Hufeisen schränkt die Durchblutung des Hufes ein und belastet Sehnen und Bänder. Wie schlecht eine Behufung ist, beweist Karl, indem er Hufeisen auf Turnschuhe gegeben hat. Gschwandtner als leidenschaftlicher Jogger galoppiert gleich los. Er kenne sich mit Pferden allerdings nicht aus und investiert nicht.

Hans Peter Haselsteiner bietet den Deal an. Aber bei Verbindlichkeiten in Höhe von 800.000 Euro will der Bau-Unternehmer dem Gaul noch einmal genauer ins Maul schauen. Er will zuvor einen Blick in die Bücher werfen. Wie Trending Topics berichtete, kkonnte das Unternehmen bisweilen keinen Investor an Bord holen. Das Unternehmen ist pleite und sucht nach einem neuen Investor.

+++ Megasus Horserunners: Gibt es nach der Insolvenz ein zweite Chance für die Hufeisen-Alternative +++

Analoge Blase: Schule

David Schalkhammer und Stefan Siegl träumen von einem modernen Schul- und Familienleben. Die App des Wiener Startups Schoolfox ist auf den Schulalltag abgestimmt und sorgt für eine einfache und sichere Kommunikation zwischen Eltern, Lehrern und Schülern. Die Schule sei eine analoge Blase in der digitalen Welt, sagt David Schalkhammer. Hausübungen, Krankmeldungen, Elternabend werden als eine Art digitales Mitteilungsheft zusammengeführt.

Die Gründer sind bereit 7,5 Prozent des Unternehmens abzugeben und verlangen dafür 300.000 Euro. Die Jury schnauft zunächst bei einer Firmenbewertung von 4,5 Mio. Euro. Rohla ist interessiert, aber der Preis ist ihm zu hoch. Gründer und Investor treffen sich bei 10 Prozent für 250.000 Euro. Bis März soll die Investmentrunde fertig gemacht werden.

+++ So funktioniert Schoolfox +++

Das große Grabbeln in der Matratze

Bevor Patrick Ladining die Firma vom Vater übernehmen darf, müsse er sich zunächst woanders beweisen, sagt der Kärntner. Vater Erwin Ladining sorgt sich um die Nachfolge für den Familienbetrieb, ein Hersteller von Reinigungsmitteln für Textil-Oberflächen. Sechs Jahre war Patrick Staubsauger-Vertreter in den USA. Nun will er den Familienbetrieb mit „Sleepfree“ entstauben.

Es reiche nicht, die Bettwäsche zu waschen um Milben loszuwerden. Allergiker reagieren auf den Kot der Spinnen-Tiere. Sein patentierte Aufsatz passt auf jeden herkömmlichen Staubsauger und saugt Schuppen, Haare, Milbenkot und Milben aus der Matratze. Zudem gibt es ein eigens entwickeltes Milben-Spray, das verspricht Milben ganze sechs Monate fern zuhalten. Es juckt Katharina Schneider „am ganzen Körper“. Die Geschäftsführerin des Teleshopping-Konzerns Mediashop bietet 20 Prozent für 100.000 Euro. Damit hat Patrick einen Deal bei seiner Wunsch-Investorin abgestaubt.

+++ So funktioniert Sleepfree +++

„Ich brauche nur das Geld“

„Wir Damen schleppen in unseren Handtaschen den ganzen Haushalt mit uns herum“, sagt Tina Glavanovitz. So könne es leicht passieren, dass man das Handy im Auto liegen lässt oder die Park-Karte irgendwo verlegt ist. Mit ihrem Taschenlabel Impibag sagt sie dem Durcheinander in der Handtasche den Kampf an. Impibag sorgt für Übersicht im kompakten modischen Design.

Als Hiller meint, er kenne sich mit Handtaschen nicht aus, sagt Tina, dafür wäre sie ja da. „Ich brauche nur das Geld“. Das habe er schon öfter gehört, antwortet er lachend. Daniel Zech schaltet sich dazu. Das Produkt sei „zu frühphasig“. Er bietet ihr eine Influencer-Kampagne über das Studio von SevenVentures ohne Gegenleistung an. Allerdings geht sie ohne Investment nach Hause.

+++ Alle Hintergründe zu Impibag +++

Puls 4 ist Investor von Trending Topics.

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