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13.000 Dollar: Bitcoin auf Höchststand seit Juli 2019

Bitocin. © Roger Brown von Pexels
Bitocin. © Roger Brown von Pexels

In den letzten Wochen fallen die Meilensteine der Reihe nach. Lag Bitcoin Anfang September noch einmal (kurz) bei weniger als 10.000 Dollar, ist das weltweit führende Crypto-Asset sprunghaft im Wert gestiegen und hat in der Nacht auf Sonntag nun seit langem wieder die Marke von 13.000 Dollar erreicht. Das ist das letzte Mal im Juli 2019 passiert, wenn man sich an die Daten von CoinMarketCap hält. Damals hielt der Preis aber nur für ganze kurz Zeit, um danach wieder abzutauchen.

Im Krisenjahr 2020 sieht die Kurve von Bitcoin aber etwas anders aus als in den Vorjahren. 2018 zeigte noch die Ausläufer des Krypto-Hypes, der ab Herbst 2017 über den Globus schwappte, und 2019 pendelte BTC zwischen 4.000 und 13.000 Dollar hin und her. 2020 zeigt der Kurs aber (mit einigen Corona-Dellen) versteht sich, stetig nach oben.

BTC-Dominanz steigt

Spannend auch die Marktkapitalisierung der Crypto-Assets generell: Sie liegt bei nunmehr fast 400 Milliarden Dollar – das gab es das letzte Mal im Mai 2018. Zwar kann man sagen, dass einige neue Assets wie Chainlink (LINK) und Polkadot (DOT) den Markt bereichert haben, aber in Wirklichkeit sind sie mit Market Caps von 3, 4, 5 Milliarden Dollar nur Tropfen auf dem heißen Stein. Der Crypto-Markt, der wird nach wie vor von Bitcoin dominiert – die Marktdominanz steigt wieder und liegt nunmehr bei 61 Prozent.

Faktoren, die zum wachstum beitragen, gibt es natürlich viele, und es lässt sich trefflich darüber streiten, was nun den BTC-Preis treibt und was nicht. Deswegen hier einige Gedanken dazu:

  • Institutionelle Investoren: Ob die Börse in Wien, Square, PayPal, MicroStrategy oder die Raiffeisen Bank International (RBI) – große Unternehmen drängen, wenn auch allesamt auf unterschiedliche Art und Weise, in den Krypto-Markt. Denn sie wittern, dass ihre Kunden (vom professionellen Trader bis zum Retail-Investor) eher früher als später Cryptos kaufen, halten und handeln wollen.
  • Millennial-Trader: Das führt uns gleich zum zweiten Punkt. Millennials (aka „Gen Y“, geboren in den frühen 1980er bis zu den späten 1990er Jahren und demnach derzeit zwischen 25 und 40 Jahren alt) sind in das Alter gekommen, wo man sich überlegen kann, wie man sein Geld anlegt. Die Corona-Krise mit stark schwankenden Aktienmärkten und Sparbücher, die eher etwas kosten als etwas abwerfen, haben Investments aller Art attraktiv gemacht – und zu einem Millennial-Portfolio gehören Bitcoin, Ethereum und Co eben dazu. Neobroker und Neobanks wie Revolut, Robinhood oder Bitpanda tragen dem Rechnung.
  • Die US-Wahlen: Besser vor dem 3. November investieren als danach, denken sich viele. Der ungewisse Ausgang der US-Wahlen, der auch Einfluss auf Aktien- und Crypto-Kurse haben kann, tut das seinige dazu bei, dass die Preise vor dem Großereignis nach oben schießen.
  • Corona-Krise: Weltweit spitzt sich die Lage der COVID-19-Pandemie wieder zu, vor allem in den USA und Europa. Auch wenn BTC während den Lockdowns massive Einbrüche verzeichnete, zeigte sich, dass das Asset sich schnell wieder erholte und oft im Gleichschritt mit den Börsen-Indezes nach oben wuchs. Noch zeigen S&P500, NASDAQ und Co nach oben, und das kann Einfluss auf die Crypto-Käufer haben. Wie lange das noch so bleibt, ist eine andere Frage.
  • Tether: Nie vergessen sollte man den kontroversen Stablecoin Tether (USDT), der bei einigen Klägern im Verdacht steht, beim Pump 2017 genutzt worden zu sein. Dieses Jahr hat sich der Market Cap von Tether von etwa 4 auf mehr als 16 Milliarden Dollar erhöht und zeigt, wie stark die Nachfrage ist. Besonders beliebt ist der angeblich durch US-Dolar gedeckte Stablecoin als „Save Haven“ für Trader, um schnell in andere Cryptos wechseln zu können und sich den Umweg über Fiat zu ersparen.

Das Gold der Generation Y

Wie immer, wenn es aufwärts geht, melden sich Beobachter zu Wort und fantasieren darüber, dass BTC auch einmal auf 20.000 oder gar 500.000 Dollar steigen kann. Bemerkenswert ist auch, was die Global Markets Strategy-Abteilung von JP Morgan, eine der größten Banken der USA, neuerdings zum Thema Kryptowährungen zu sagen hat. 2017 sagte JPMorgan-Chef Jamie Dimon noch, dass Bitcoin Betrug seien (Trending Topics berichtete), nun klingt das so:

„The potential long-term upside for bitcoin is considerable if it competes more intensely with gold as an ‚alternative‘ currency we believe, given that Millenials would become over time a more important component of investors‘ universe.“

Eine Alternative zu Gold also – wenn also eine der größten Banken der Welt, die sich vor einigen Jahren noch als großer Bitcoin-Skeptiker positionierte, auch nur die Möglichkeit in den Raum stellt, dass BTC für Millenials so etwas ähnliches wie das Edelmetall werden könnte, dann spricht das Bände.

Nun bleibt wie immer spannend, wie sich der Kurs weiter entwickeln wird und vor allem, wie er vor und nach dem 3. November 2020 aussehen wird.

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