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12 Dinge, die du über Business Angel Hansi Hansmann wahrscheinlich noch nicht wusstest

Hansi Hansmann: So denkt Österreichs Business Angel #1

Mit "Business Angel Hansi Hansmann" veröffentlichen Lisa Ittner und Florian Novak ein Buch über jenen Investor, der Runtastic, Shpock oder mySugr zu erfolgreichen Exits begleitete. Wir haben Hansi Hansmann zum großen Interview getroffen. Watch! 🕶️

Gepostet von TrendingTopics.at am Montag, 10. September 2018

Kariertes Hemd, der Kragen locker offen, an jeder Hand eine Smartwatch, und natürlich Adidas-Turnschuhe an den Füßen. So kommt Hansi Hansmann zum Interview-Termin mit Trending Topics in das angesagte Wiener Lokal freiraum. Der Anlass zum Gespräch: ein neues Buch über Österreichs erfolgreichsten Business Angel. Adidas, das ist jener Sportkonzern, der Hansmann den größten Deal seines Lebens bescherte, als er gemeinsam mit den Runtastic-Gründern das ehemalige App-Startup um 220 Millionen Dollar nach Deutschland verkaufte.

Dieser Exit ist natürlich weithin bekannt und war 2015 quasi der internationale Ritterschlag für die österreichische Startup-Szene. Dann folgten die Verkäufe von Shpock an die norwegische Schibsted und von mySugr an den Schweizer Pharmariesen Roche. Immer bis zum Ende mit an Bord: Hansmann. In einem neuen Buch, das heute Abend in Wien präsentiert wird, versuchen die beiden Autoren Lisa Ittner (ehemalige Geschäftsführerin der Austrian Angel Investors Association) und Florian Novak (Gründer des Startups Tonio) dem Erfolgsgeheimnis des bekannten Investor auf die Schliche zu kommen.

"Business Angel Hansi Hansmann" erscheint im Springer-Verlag. © Trending Topics
„Business Angel Hansi Hansmann“ erscheint im Springer-Verlag. © Trending Topics

„Business Angel Hansi Hansmann“ erscheint im Springer-Verlag (141 Seiten, 22,99 Euro) und verrät dem Leser einige Details über den Geschäftsmann, die zuvor nicht allgemein bekannt waren. Wir haben sie bei der Lektüre des Buchs, das Einsteigern in die Thematik einen guten Überblick über die Arbeit eines Business Angels gibt, gesammelt:

1. Sein erster Job

Hansmanns erster Job war bei einem Unternehmen in Vorarlberg, das elektronische Prozesssteuerungen für die Leder-Industrie entwickelte. Den Arbeitsplatz bekam er, nach dem er in einer Tageszeitung ein Inserat schaltete. Es lautete: „Junger dynamischer Managertyp sucht Herausforderung!“

2. Seine erste Firma

Als der britische Pharmakonzern Wellcome von Glaxo übernommen wurde, wurde deswegen ein Produktionswerk mit rund 300 Mitarbeitern nicht mehr gebraucht. Hansmann kaufte das Werk um nur einen Euro und ersparte Glaxo damit die Schließungskosten.

3. Sein größter Fail

Als seinen größten Fehler bezeichnet Hansmann ein Investment 2004 in einen großen Sportbar- und Disko-Komplex in Madrid. Das Geschäft sollte auf zehn bis fünfzehn Lokale in Spanien ausgeweitet werden,, doch dazu kam es nie. Da habe ich tief daneben gegriffen, und zwar mit sehr viel Geld, in einer Zeit, als ich dachte, ich kann alles, also auch Gastronomie und Nightlife“, wird Hansmann in dem Buch zitiert.

4. Seine größten Investments

Rund 70 Beteiligungen und 23 Exits – Hansmann gehört zu jenen Österreichern, die in die meisten Startups investiert haben. Doch es gibt nur drei Firmen, in die er jeweils mehr als eine Million Euro gesteckt hat: Runtastic, Mediclass und Renesim.

5. Seine Überbrückungsfinanzierungen

„Jedes Startup ist im Prinzip dauernd bankrott, jedes Eigenkapital ist ja schnell aufgefressen. Das ist das Wesen eines Startups“, sagt Hansmann in dem Buch. Deswegen brauchen rund zwei Drittel seiner Startups Zwischenfinanzierungen bis zur nächsten Finanzierungsrunde. Hansmann gibt seinen Startups zur Überbrückung verzinste Darlehen ohne Gegenleistung mit einem Zinssatz von rund 12 Prozent.

6. Seine Firmenanteile

Hansmann steigt gerne als erster in ein Startup ein und sieht sich als Teil des Gründungs-Teams. In der Regel hält er zwischen zwischen 15 und 25 Prozent der
Unternehmensanteile. Ihm ist jedoch wichtig, dass er nie mehr als die Gründer selbst hält.

7. Die Verdienste seiner Gründer

Da bei Startups das Geld anfangs knapp ist, bekommen die Gründer der Jungfirmen, in die Hansmann investiert, gerade so viel ausbezahlt, dass es zum Leben reicht. Erst, wenn die Jungfirma Cashflow-positiv ist, dürfen sie sich marktübliche Gehälter auszahlen.

8. Garantien für seine Investments

Hansmann verlangt meistens nur zwei bis drei Punkte von den Gründern, die garantiert sein müssen. Sie müssen die IP-Rechte (z.B. Marke, Patente) in der Firma halten, und sie müssen die korrekte Bilanz, die letzte Saldenliste garantieren sowie, dass es keine versteckten Verbindlichkeiten gibt.

9. Sein eigenes Geld

Hansmann investiert ausschließlich sein eigenes Geld in Startups – einen Fonds, der Geld anderer Investoren verwaltet, wollte er nie starten. Auch Fremdkapital von Banken ist er abgeneigt, weil diese nicht auf Startup-Investments spezialisiert seien.

10. Sein Fundraising

Wenn Hansmann sich an einem Startup beteiligt hat, übernimmt er das Fundraising für die nächste Runde, um die Gründer zu entlasten. Das Fundraising startet der Business Angel, wenn es ein erstes Produkt und erste Umsätze gibt. Holt er verschiedene Investoren zu einer Finanzierungsrunde dazu, dann versucht er, diese erst beim Notartermin persönlich bekannt zu machen. So soll verhindert werden, dass die Investoren ihre Bedingungen untereinander absprechen.

11. Sein unternehmerisches Vorbild

Wie aus dem Buch hervorgeht, ist Hansmanns unternehmerisches Vorbild niemand Geringerer als Tesla-Chef Elon Musk.

12. Seine Mitarbeiter

Hansmann hat bis auf eine Assistentin keine weiteren Mitarbeiter, außerdem hat er auch kein Büro. Am liebsten arbeitet er unterwegs auf seinem Smartphone.

13. Seine Anlagestrategie

Abseits von seinen Startup-Investments fährt Hansmann eine konservative Anlagestrategie. Er investiert weder in Krypto-Assets noch in Aktien, sondern beschränkt sich lieber auf Immobilien und sein Sparbuch.

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