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100 Millionen Euro: Neuer Tech- und Wachstums-Fonds der aws nimmt Gestalt an

Edeltraud Stiftinger und Bernhard Sagmeister von der aws. © aws/Katharina Gossow
Edeltraud Stiftinger und Bernhard Sagmeister von der aws. © aws/Katharina Gossow

Im Regierungsprogramm steht er drinnen, und es wird bereits emsig daran gearbeitet: Die staatliche Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) bereitet bereits den geplanten Technologie-, Innovations- und Wachstums-Fonds und arbeitet derzeit „technische Details“ aus. Das sagte aws-Geschäftsführer Bernhard Sagmeister gegenüber der APA. Noch gilt es etwa zu klären, welchen Investment-Fokus man legen möchte. Die aws will dem Wirtschaftsministerium nun sehr bald Details zu dem neuen Fonds vorlegen.

Generell ist Laut Regierungsprogramm der „Aufbau eines nationalen staatlich kofinanzierten Technologie-, Innovations- und Wachstums-Fonds, der Risikokapital zur Verfügung stellt und so die nachhaltige Etablierung von europäischen Schlüsseltechnologien unterstützt“, von der türkis-grünen Regierung vorgesehen. er soll auf den bestehenden Mittelstands- und Gründerfonds aufbauen. Wie Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) gegenüber Trending Topics bestätigte, liegt die Zielgröße des neuen Wachstums-Fonds bei etwa 100 Millionen Euro.

Seitens aws heißt es, dass der Fonds „schwerpunktmäßig in technologieorientierte Startups und Scale-ups“ investieren wird.

Private und öffentliche Gelder

„Das Geld setzt sich von staatlicher Seite bei der aws und von privaten Kapitalgebern, Business Angels und Investoren zusammen. Das hat sich bewährt, das wollen wir weiter machen“, so Schramböck gegenüber Trending Topics. Neu ist der Plan nicht: Bereits die vormalige ÖVP/FPÖ-Regierung hatte im Mai kurz vor Ibiza einen derartigen Fonds im Ministerrat fixiert. Wird der bestehende Plan weiter verfolgt, so sollen grob 50 Millionen Euro von der öffentlichen Hand und 50 Millionen Euro von privaten Geldgebern kommen – das können Investoren, aber auch Banken und Stiftungen sein.

Der neue Wachstums-Fonds, der auch für Startups sehr interessant wird, baut wie erwähnt auf den bereits bestehenden beiden Fonds des aws aus. Der aws Mittelstandsfonds (70 Mio. Euro Fondsvolumen, fünf aktive Beteiligungen, 13 Exits) wird 2025, der aws Gründerfonds (68,5 Mio. Euro Fondsvolumen, 33 Investments, sechs Exits) 2026 geschlossen, aktiv investiert wird mit den noch zur Verfügung stehenden Mitteln aber nur mehr 2020. Die aws wird voraussichtlich schrittweise ihre Beteiligungen in den nächsten Jahren verkaufen – was wiederum Geld in den künftigen Wachstums-Fonds spült.

Kommt auch ein Dach-Fonds?

Was noch etwas unklar ist: Wird dieser Wachstums-Fonds ein Fund-of-Fund-Modell bekommen, bei dem das Geld wiederum auch in andere Risikokapital-Fonds gesteckt werden kann? Oder wird es einen eigenen Dach-Fonds geben, der bereits wie berichtet Ende 2019 diskutiert wurde? So haben sowohl die AVCO (Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation) als auch der Forschungsrat ihre Vorschläge für die Gestaltung eines solchen Dach-Fonds präsentiert, der insgesamt eine Milliarde Euro hebeln könnte.

Im Regierungsprogramm steht dazu:

  • Ausbau der Verfügbarkeit von Wachstumskapital für Start-ups und KMUs (Finanzierungsvolumen € 2 Mio. bis € 20 Mio.) in Zusammenarbeit mit privaten Investorinnen und Investoren. Mögliche internationale Beispiele wären z.B. Modell Schweiz (Corporate Venture Fund unter Einbindung österreichischer Leitbetriebe) oder Modell Dänemark (Dachfonds/Fund of Funds Lösung).

+++ Der Ruf nach einem österreichischen Dachfonds für mehr Risikokapital wird lauter +++

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