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1. Hub Circle der Digital Innovation Hubs: Skills für eine erfolgreiche digitale Transformation

Podiumsdiskussion beim FFG Hub Circle © BMDW/Dolenc
Podiumsdiskussion beim FFG Hub Circle © BMDW/Dolenc

Am Mittwoch fand in Wien der erste Hub Circle der Digital Innovation Hubs der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) statt. Bei der Veranstaltung im Talent Garden stand in einer Keynote und einer Podiumsdiskussion die digitale Transformation von kleinen und mittelständischen Unternehmen im Fokus. In diesem Bereich gibt es noch viel Luft nach oben, lautete der Grundtenor. Damit KMU in Zukunft mithalten können, brauchen sie digitale Kompetenzen. Die insgesamt sechs Digital Innovation Hubs sind Kompetenznetzwerke, die sie dabei mit ihren Digitalzentren und Netzwerkpartnern unterstützen. Unter anderem verbinden sie KMU dafür mit Expert:innen und veranstalten Workshops.

© BMDW/Dolenc
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„Pandemie war wie Brandbeschleuniger“

„Es ist von großer Bedeutung, dass die Digital Innovation Hubs Unternehmen bei der Herausforderung der digitalen Transformation zur Seite stehen. Themen wie Künstliche Intelligenz werden unsere Zukunft sehr stark beeinflussen. Know-how im Bereich Digitalisierung ist sowohl für KMU als auch für den Wirtschaftsstandort Österreich sehr von Vorteil“, sagte Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung, in der Einleitung zum FFG Hub Circle.

Josephine Hofmann vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft hielt die Keynote zur Veranstaltung. Ihr zufolge ist die Digitalisierung ein essenzieller Bestandteil der modernen Arbeitswelt. Vor allem die Corona-Pandemie habe das deutlich gemacht. „Es finden wesentliche Veränderung bei der Art, wie wir arbeiten, statt. Wir werden durch digitale Anwendungen wie Zoom flexibler und weniger von Ort und Zeit abhängig. Auch wird die Organisation von Arbeit immer agiler. Die Geschwindigkeit nimmt zu, es gibt immer mehr nicht hierarchische Konzepte und die Nachhaltigkeit und Sinnstiftung bei der Arbeit gewinnen an Bedeutung. Die Pandemie hat hier wie ein Brandbeschleuniger gewirkt“, erläuterte Hofmann.

Corona war für Hofmann ein „Lackmustest“ für Unternehmen, sowohl was die Fähigkeit zur Flexibilität als auch die digitale Infrastruktur angeht. „Hier hat sich vor allem die Frage gestellt, was für Qualifikationen und Kompetenzen Menschen heute und in Zukunft in diesen Bereichen brauchen. Neue Fähigkeiten sind gefragt, sowohl bei Angestellten als auch Vorgesetzten. Die Mitarbeiter:innen müssen mit digitalen Tools umgehen können, während Vorgesetzte aus der Distanz führen und dabei auch ein Stück Verantwortung abgeben müssen. Im Bereich der Ausbildung ist hier noch viel zu tun.“

© BMDW/Dolenc
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„KMU brauchen dringendst Unterstützung“

Bei der Podiumsdiskussion ging es unter anderem darum, ob Österreich bei der digitalen Transformation im europäischen Vergleich mithalten kann. Michael Esterl, Generalsekretär im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, sieht die Entwicklungen zumeist positiv. „In der digitalen Verwaltung sind wir in Europa weit vorne. Unter anderem mit Videokonferenzen und Chatbots haben wir viele Innovationen im Bereich E-Government durchgesetzt. Aber was die Wirtschaft und speziell die KMU angeht, sind wir noch eher im Mittelfeld. Da wir ein Land der KMU sind, brauchen diese dringendst Unterstützung. Auch bei der digitalen Kompetenz der Gesellschaft an sich ist weiterhin viel zu tun“, so Esterl.

Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG, sieht ebenfalls viel Unterstützungsbedarf bei den heimischen KMU. „Spätestens seit dem Ausbruch der Pandemie ist das digitale Arbeiten, beispielsweise mit Zoom, selbstverständlich. Wir haben gemerkt, dass über die vergangenen Jahre die Projekte, die Unterstützung durch unsere Digital Innovation Hubs brauchten, immer größere IT-Anteile haben. Unsere Hubs haben deswegen ihren Fokus stark auf dieses Gebiet gelegt. Sie stellen einen Nukleus in einem Netzwerk aus vielen Playern wie Universitäten, Kompetenzzentren und Industrie dar. Dieses Netzwerk kann wichtiges Wissen für KMU bereitstellen“, sagte die FFG-Geschäftsführerin.

Stephanie Jakoubi, Senior Staff des Wiener Forschungsinstituts SBA Research, sieht vor allem im Bereich digitale Sicherheit noch viel Verbesserungsbedarf. „Wir müssen mehr Bewusstsein bei KMU für die Gefahren schaffen, die mit der Digitalisierung einhergehen. Oft sind beispielsweise Passwörter noch immer so unsicher wie vor zehn Jahren. Die Sicherheitstools werden zwar immer besser, jedoch auch die von Angreifern. Hier ist es eine große Herausforderung, das Bewusstsein der Unternehmen zu verändern“, so Jakoubi.

Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG © BMDW/Dolenc
Henrietta Egerth, Geschäftsführerin der FFG © BMDW/Dolenc

Digital Innovation Hubs „Qualitätssiegel“ für Beratung

Laut Hannes Raffaseder, Leiter des Digital Makers Hub, sind die Digital Innovation Hubs ein „Qualitätssiegel“ für digitale Beratung. „Es ist für KMU oft schwer, die richtige Unterstützung bei der digitalen Transformation zu finden. Es gibt eine Vielzahl von Angeboten. Viele davon sind sehr gut, aber es gibt auch viel heiße Luft. Bei unseren Hubs finden sie aber garantiert ein Netzwerk an tollen Partner:innen, die für jede Idee hilfreiche Expertise liefern. Wir finden außerdem für jedes Unternehmen die richtige Person, die genau seine Sprache spricht“, sagte Raffaseder.

Ein österreichischer Verein, der sich ebenfalls auf die Steigerung digitaler Kompetenzen konzentriert, ist fit4Internet. Dessen Generalsekretärin Ulrike Domany-Funtan zufolge haben immerhin 67 Prozent der Bevölkerung zumindest Basiskompetenzen. „Aber in Zukunft erfordern voraussichtlich 90 Prozent aller Basisjobs digitale Skills. Dabei ist es unwichtig, um welche Unternehmen es sich handelt, beispielsweise geht die Digital Data Science alle an, auch KMU“, erklärte Domany-Funtan. Fit4Internet bietet auf seiner Website eine kostenlose Einschätzung der digitalen Kompetenzen. Durch Checks und Wissensfragen erhalten User:innen ein Kompetenzprofil und Empfehlungen, wo sie sich weiterentwickeln müssen. 

Alfons Priessner, Chief of Staff beim EduTech-Unicorn GoStudent, sieht mehr Bildung bei digitalen Skills ebenfalls als unerlässlich. Aber auch der Zugang zu globalen Digital-Könnern sei für Firmen von großer Bedeutung. „Die Halbwertszeit von Skills in der Arbeit lag früher bei durchschnittlich 30 Jahren, heute ist es nur noch die Hälfte. Für uns als Unternehmen ist es vor allem wichtig, Zugang zu den richtigen Talenten zu haben, auch auf dem internationalen Markt. Wir haben oft Probleme damit, vielversprechende Arbeitskräfte für Digitalisierung aus dem Ausland nach Österreich zu holen. Deswegen hoffen wir, dass die Regierung die entsprechenden Prozesse leichter macht. Nur so können Unternehmen bei der Digitalisierung globale Player sein“, gab Priessner zu bedenken.

Hannes Raffaseder, Leiter des Digital Makers Hub © BMDW/Dolenc
Hannes Raffaseder, Leiter des Digital Makers Hub © BMDW/Dolenc

Keiner kommt an digitaler Transformation vorbei

Das Fazit der Podiumsdiskussion beim FFG Hub Circle war eindeutig: An der digitalen Transformation kommt keine Firma vorbei, egal wie klein sie ist. Um in Gebieten wie E-Commerce, Künstlicher Intelligenz und digitaler Arbeit nicht zurückzufallen, brauchen sowohl Angestellte als auch Vorgesetzte mehr Ausbildung. Die Digital Innovation Hubs können ihnen dabei helfen, fit für die Zukunft zu sein.

Ulrike Domany-Funtan, Generalsekretärin von fit4internet© BMDW/Dolenc
Ulrike Domany-Funtan, Generalsekretärin von fit4internet© BMDW/Dolenc
Michael Esterl, Generalsekretär im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort © BMDW/Dolenc
Michael Esterl, Generalsekretär im Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort © BMDW/Dolenc
Stephanie Jakoubi, Senior Staff von SBA Research© BMDW/Dolenc
Stephanie Jakoubi, Senior Staff von SBA Research© BMDW/Dolenc

 

Alfons Priessner, Chief of Staff bei GoStudent © BMDW/Dolenc
Alfons Priessner, Chief of Staff bei GoStudent © BMDW/Dolenc

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